Strategie aufgegangen (?)

kopf ins Wasser (oder in den Sand)?

eingestellt am 19.10.24, erweitert im Sept. 26

Wagenknecht statt Ramelow – oder doch besser noch Siegmund?

Im „schwarzen“ Paderborn steckt die Ente den Kopf in die Pader – und das Schwänzchen“ in die Höh“

Da tauschen die Thüringer und die dortigen (im Oktober 2024 noch „vielleicht künftigen“) Regierungsparteien einen eher gemäßigten und über Jahre populären Ramelow gegen eine wohl zumindest scheinbar populistischere Wagenknecht. Bei der vorletzten Landtagswahl befanden sich beide noch in derselben Partei …

Das klingt nach einer gelungenen Aktion für die Demokratie.

Die Folgen werden wir vermutlich in den kommenden Jahren auf mehreren Ebenen bewundern dürfen. Wir sind gespannt!

Verstehen müssen wir einige Akteure und die Logik ihrer „Unvereinbarkeitsbeschlüsse“ vermutlich nicht (?)

Hoffentlich sind wir in einigen Jahren überzeugt, dass die Demokratie tatsächlich gewonnen hat.

Zusatz nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt:

Schadenfreude ist sicher nicht angebracht, eher schon tiefe Bestürzung über die Wahlergebnisse vom 6.9.26:-( Und Rechthaben ist bisweilen fürchterlich und schmerzhaft.

Nun gut: In Thüringen hat die CDU vor fast genau zwei Jahren „aus Prinzip“ die Landesregierung unter Bodo Ramelow hängenlassen, und zunächst schien die Strategie auch für die CDU aufzugehen (?): Mario Voigt von der CDU wurde am 12. Dezember 2024 zum Ministerpräsident gewählt und löste somit mit seiner „Brombeerkoalition“ aus CDU, SPD und BSW die vorherige Minderheitsregierung von Bodo Ramelow ab. Die CDU schien am Ziel, auch wenn die Ramelow-Linke durch das sich zuvor abgespaltet habenden „Bündnis Sarah Wagenknecht“ ersetzt werden musste. Bereits vor der Bundestagswahl im Frühjahr 2025 geriet das BSW intern in Streit, weil die Bundesvorsitzende und Namensgeberin der Partei( Sahra Wagenknecht) eigentlich nicht wollte, dass ihre Parteifreunde in Thüringen sich an der Landesregierung beteiligen- Darf man Frau Wagenknecht „narzistisch“ nennen? – Zumindest gibt es nicht viel Parteien, die sich nach einer Person benennen – mir fällt noch die „Schill-Partei“ ein).

Wie dem auch sei: S. Wagenknecht hätte wohl bevorzugt, als reine Oppositionspartei in den Bundestagswahlkampf gehen zu können, was ihr durch das in ihren Augen unsägliche Verhalten des Regierungseintritts der Thüringer Landesvorsitzende des BSW und ehemalige Erfurter Bürgermeisterin, Katja Wolf, jedoch nicht vergönnt war. Das BSW scheiterte an der fünf-Prozent-Klausel und kam nicht in den Bundestag und das Thüringer BSW zerlegte sich kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nach dem Flirt von Frau Wagenknecht mit der AFD und ihrem Spitzenkandidaten. Wie es mit der Thüringer Regierung weiter geht, bleibt Anfang September 2026 noch abzuwarten, aber der Rechtsextremist. Björn Höcke, hockt offenbar in den Startlöchern, (vielleicht mit Unterstützung des Wagenknecht-Lagers) Mario Voigt zu stürzen und selbst an die Macht zu kommen.

In Sachsen-Anhalt halbierte die Merz-CDU am 6.9.26 ihr vorheriges Landtagswahlergebnis, während sich die AFD mehr als verdoppelte und mit Abstand stärkste Partei mit klarem Machtwillen wurde. Zwar fehlen der AFD einige Stimmen zur absoluten Mehrheit, doch scheint es sehr gut möglich, dass das dortige BSW, das dem Wagenknecht-Lager nahezustehen scheint, mit ihren fünf Mandatstragenden der AFD in der ein oder anderen Weise zur Macht verhilft …

Zu all dem scheint man der Merz/Söder-Union nur gratulieren zu können, Die eingeschlagene Strategie scheint voll aufgegangen zu sein und zumindest der Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt um seine Landeshauptstadt Magdeburg herum insbesondere bei potenziellen ausländischen Investierenden und Fachkräften in seiner Attraktivität extrem gestärkt worden zu sein.

Bei solcher Strategie braucht man tatsächlich keine „Brandmauer“ mehr, da der (die) „Steigbügelhalter“ einen erfolgreichen Job gemacht zu haben scheinen.

Und noch ein Wort zu „Wir holen uns UNSER Land zurück“. Das Land, dass sich viele AFDler und zumindest einige ihrer Wählenden wünschen, gibt es bereits in Form von Putins Russland:

  • dort spielt Klimawandel keine Rolle und kann vollständig vernachlässigt werden – also NICHTS am Lebenswandel ändern und sehenden Auges in der (Klima)-Katastrophe entgegen. Selten schien das „Nach uns die Sintflut“ derart angebracht!
  • Migration gibt es nur von reichen Russen in den Urlaub oder ärmeren Russen an die Front
  • dort gibt es keinen Krieg – sondern nur eine „Spezialoperation“
  • dort gibt es für „echte Männer“ weder störende Frauenrechte noch solche für „queere Menschen“ – und Behinderte sind halt genau das: „BEHINDERT“, die mithilfe der „Defektologie“ behandelt werden!
  • Auch lästige Presse- oder Meinungsfreiheit stört die Machthabenden nicht – Oppositionelle werden, wenn sie „Glück“ haben, „nur inhaftiert“
  • Und kritische Vereinigungen sind „ausländische Agenten“ – und folglich verboten!
  • Und diese anstrengende und kalorienverschwendende Nutzung des (eigenen) Gehirns braucht es dort auch nicht – der große Führer denkt und handelt für mich, natürlich stets nur am Wohl der Untertanen (oder “ des untertänigen Fußvolks“) bedacht!
  • Ach ja: und weder EURO noch allgemeine Reisefreiheit gibt es – gegen ersteren wetterte die AFD von der ersten Stunde ab und die heutige AFD will aus dem EURO aussteigen, die Bürgerinnen und Bürger der DDR wollten eigentlich eh nie wirklich den EURO, sondern sehr wohl die DM. Reisefreiheit war zu Zeiten des Mauerfalls ein hohes und erstrebtes Gut, aber natürlich eher für die Richtigen, also aus Deutschland raus, wann immer man möchte, aber doch bitte nicht nach Deutschland rein (?) In Russlands Putin dürfen reisen, die es sich leisten kann, und „loyal“ ist, und einige Andere zumindest in die Ukraine und an die Front!

Also zurück in die Zukunft, und früher war eh alles besser! Wir dürfen ja unsere Meinung, ob zu Frieden oder zur Coronalüge in Deutschland nicht äußern, im Gegensatz zu Putins Russland, der nach Aussage eine Exkanzlers schließlich ein „lupenreiner Demokrat“ ist. Solche „selbstlosen“ Führer brauchen wir auch endlich wieder in unserem schönen Land! Und das sicher nicht nur im Osten!

Natürlich muss mit demokratischem Verständnis anerkannt werden, dass die AFD in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 von gut 43 % der Wahlberechtigten die Stimme erhalten haben, und dieses Ergebnis einer demokratischen Wahl auch anzuerkennen ist.

Und eine Diskussion über ein Verbotsverfahren ist mittlerweile natürlich eher obsolet und nicht mehr sinnvoll durchführbar.

Also anerkennen wir auch die Meinungsfreiheit der AFD und vieler ihrer sie Wählenden, selbst wenn unsere Meinung als „Fake“., „Rot-Grün-Versifft“ und „von-falsch-informierenden-und-einseitigen-Medien- gesteuert“ hingestellt und argumentativ nicht mal ernsthaft erwogen wird.

Ist es nicht eine asymetrische und somit chancenlose Argumentation, wenn die eine Seite immer wieder meint, man müsse den Menschen mal richtig zuhören und sich in der Tat seit Jahren, wie von Gauland angekündigt, von denen „jagen lässt“, während die andere Seite so sinnige Argumente liefert wie „Es muss sich endlich was ändern!“ – und „die da oben müssen weg!!!“ (wer auch immer „die da oben“ sein sollen)? Hat sachliches Argumentieren gegen emotionsgetriebene Totalablehnung irgendeine Chance?

Nun: was Sie die Konsequenzen, werte AFD-Wählende?

Geht es uns – nein Euch Frauen, Behinderte, sonstig Andersartige als „weiße Männer“ Seiende – wirklich besser, wenn wir aus EURO und Schengen ausgetreten sind, Solidarität und Pluralität abgeschafft haben?

Ich weiß noch gut, wie es war, selbst bei Reisen nach Belgien, Luxemburg, Österreich, Mallorca oder Frankreich nicht nur einen gültigen Pass, sondern auch eine andere Währung zu benötigen – Ihr auch noch, oder seid Ihr so jung, dass Ihr Euch das gar nicht mehr vorstellen könnt?

Macht es unser Land und unsere Wirtschaft attraktiv für Investitionen oder benötigte Fachkräfte, wenn denen das Gefühl gegeben wird, „zumindest tendenziell unerwünscht und „minderwertig“ zu sein?

Ok, das sind auch wieder nur „Sachargumente“, die durch ein Gemisch von destruktiven Emotionen in der Art von „Das muss einfach weg!!!“ oder „Es muss sich endlich etwas ändern!“ kaum durchdringen können.

Und so schließe ich mit der rein subjektiven und rein emotionalen Aussage, dass ich sehr fron bin, zumindest „noch“ meine Meinung z.B. in diesem Blog kundtun zu dürfen Im heutigen Deutschland darf das jeder/r Andersmeinende (auch der AFD und sofern er oder sie meint: „Wir dürfen ja nichts sagen!“) derzeit noch selbstverständlich in Deutschland und vom Grundgesetz garantiert – und dürfen soll!

Ja, das heißt auch: abweichende Meinungen auszuhalten, selbst wenn man diese nicht teilt! Und diese Art von Demokratie wünsche ich mir, und halte sie für „verteidigungswürdig“ – und möchte einfach KEINE putinsche („lupenreine Demokratie“) in meinem Land. Sich dessen bewusst zu werden, heißt „Konsequenzenanalyse“, und bei aller Emotionalität und eventuell Frust, ist eine solche Analyse der Konsequenzen des eigenen Tuns auch den Wählenden von AFD und BSW zu empfehlen – auch, aber keineswegs, nur in Sachsen-Anhalt!

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