Autofahren – ok, aber bitte mit Hirn!

eingestellt am 6.12.24, erweitert im Juli 26

Karamoja/Uganda – Feb. 2010

Es tut fast gar nicht weh!

den Verbrennungsmotor auszuschalten, oder ausgeschaltet zu lassen, weil das Gehirn angeschaltet ist!

Wie viele Autos sehe, höre und rieche ich jeden Tag, die den Motor schon mal anschalten, um dann noch minutenlang sich mit dem Handy zu beschäftigen, statt loszufahren. Den Routenplaner könnte man doch auch starten. bevor man den Motor startet – zumindest, wenn man sich mit eingeschaltetem Hirn ins Auto säße.

Oder der Motor läuft weiter, während (meist Mama) oder (bisweilen) Papa, das Kind vom Auto im Kindergarten meiner Wohnung gegenüber abgibt.

Abgesehen davon, dass zu fragen bleibt, ob so viele „Elterntaxis“ tatsächlich nötig sind, erscheint es kein Wunder, wenn deutsche Autos sich nicht mehr verkaufen, da selbst bei großen, schweren und teuren SUVs die Ingenieure offenbar vergasen, einen Anlasser einzubauen.

Und letztlich sollten auch die Kinder ihre Eltern im Sinne einer auch für sie noch lebenswerten Welt auffordern, den Motor auszuschalten, solange das Auto nicht fährt!

Bald beginnt wieder die etwas kühlere Jahreszeit, in der viele Autofahrende selbst gegen den ausdrücklichen Rat des ADACs ihre Motoren schon mal starten, dann nochmal in die Wohnung gehen, während der Motor weiter schnurrt, damit es in der Blechkarosse schön mollig warm ist, wenn sie dann schließlich und tatsächlich losfahren. Und dies, obwohl seit langem bekannt ist, und auch vom ADAC empfohlen wird, den Motor warmzufahren und nicht warmlaufen zu lassen. Das dient nicht nur Umwelt (Klima) und Geldbeutel (weniger Spritverbrauch), sondern auch der Lebensdauer des Motors! Aber wichtiger als gute Argumente erscheint es diesen (herrlichen) Damen und (dämlichen) Herren, dass sie sich im Auto sofort wie auf der Wohnzimmercouch fühlen können, und keine Sekunde frieren müssen.

Zum Glück ist es momentan („etwas“) warm, und so benötigen wir die Autoheizungen nicht. Doch dient das Motorlaufenlassen stattdessen der angenehm kühlen Innentemperatur im Gefährt, was die Außentemperaturen bekanntlich noch mehr steigert, und somit die (Auto-)Klimaanlage noch sinnvoller macht 🙁

Als ich einen derartigen Fahrer im Hochsommer einmal bat, den Motor auszuschalten, wenn er nicht fahre, bekam ich bei geöffnetem Fenster (schon vor meiner Intervention geöffnet!) gesagt: „Es ist doch so warm! Und ohne Motor funktioniert die Klimaanlage nicht!“ – Klar, und eben das Hirn offenbar auch nicht.

Eine Episode meiner reichhaltigen Ansprache-Erfahrung möchte ich als besonderes „Schmankerl“ noch zum Besten geben:

Vor einigen Jahren stand ein PKW mit laufendem Motor mitten in der Fußgängerzone in Ibbenbüren, um auf seine Frau zu warten, die „nur mal kurz in die Post gegangen war.“ Als ich den Fahrer bat, den Motor auszumachen, guckte er mich völlig verständnislos an, und fragte: „Warum?“ – Mein Hinweis auf Klima, seinen Geldbeutel und dass er mit dem Auto ohnehin in einer Fußgängerzone stünde, erzielte keine Wirkung. Ich sah dann allerdings auf der Rückbank des Autos ein Schoßhündchen. Auf meine Aussage: „Ihr Hund bekommt Krebs“, stoppte er unverzüglich den Motor, Dieses Argument hatte sein Hirn offenbar erreicht;)

Ich weiß nicht, wie viel, aber erahne, dass es eine nicht völlig unbedeutende Menge CO2 vermeiden würde, wenn wir ALLE nicht unnötig Motoren laufen ließen, sondern stattdessen unsere angebliche (oder tatsächliche) Vernunftbegabung nutzen würden.

All die laufenden Motoren vor meinem im Sommer gerne geöffneten Fenster schädigen nicht nur Geldbeutel und Klima, sondern belästigen auch meine Nase, mein Gehör und mein Wohlbefinden! Insofern wünsche ich mir zu Weihnachten, zum Geburts- und Namenstag, und gleich noch zu Ostern und zum Neujahr zu Wohle von uns allen mit, dass immer mehr Menschen auch beim Autofahren ihr Hirn nutzen. Auch kleine Dinge können einen positiven Effekt zeitigen – und das fast vollständig ohne Schmerzen – und sicher meist, ohne die Lebensqualität dieser Vernunftsbegabten wirklich zu verschlechtern!

Dass Autofahren mit Verbrennungsmotoren CO2 ausstößt und somit das Klima schädigt, ist hinreichend bekannt. Dass Klimaschädigungen zu Extremwetterereignissen und teuren Schäden für Leib und Vermögen führt, ist mannigfaltig, u.a. an Ahr und Erft, in 2024 auch bei Valencia, schmerzhaft erfahren. Die Pegelstände (nicht nur) deutscher Flüsse sind im Sommer 2026 so niedrig, dass Binnenschifffahrt kaum noch möglich ist, die Lieferketten behindert oder gar unterbrochen werden, und wir bald (fast gefahrlos) durch den Rhein waten können – und das trotzt „Schwimmverbot“! Ist das nicht ein toller Erfolg unseres „vernunftbegabten Handelns“? Und das Monate früher als 2018 und die damaligen Niedrigrekorde locker unterbietend.

Und die Wälder brennen – ok, soviel kann das (vorübergehende) Laufenlassen von Motoren gar nicht an Co2 ausstoßen! Ist also dann doch eh egal??

Also fahren wieder mehr LKWs über marode Autobahnbrücken – bis zu 200 LKWs benötigt man, um eine „normale“ Schiffsladung über die Straße zu transportieren. Das freut den „Staubegeisterten“ und natürlich UNSER ALLER Klima.

Kein Zusammenhang? Die Flusspegelstände haben schon immer geschwankt? Ehrlich? Das ist der Grund?? Echt clever, so zu denken! Und „smart“ gleich noch obendrauf!

Es geht nicht darum, überhaupt nicht mehr Auto zu fahren. Sicher gibt es bisweilen gute Gründe dafür, das Auto statt anderer Verkehrmittel zu wählen. Dann bitte!

Doch ist es oft einfach, schont Geldbeutel und Umwelt, und tut fast gar nicht weh, den Motor ausgeschaltet zu lassen, dafür aber das eigene Hirn einzuschalten:

Muss jede kleine Fahrt mit dem Auto wirklich sein, oder gibt es manchmal bessere Alternativen mit anderen Verkehrsmtteln?

Ist es möglich, mit anderen zusammen notwendige Fahrten etwa zum Arbeitsplatz zu unternehmen (Fahrtgemeinschaften zumindest ab einem Sammelpunkt) , oder muss jede/r ins eigene Auto steigen?

Kann ich mein Kind auf dem Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad begleiten, bis es den Weg sicher bewältigen kann, oder braucht es wirklich das tägliche „Elterntaxi“?

Wie viele Minuten komme ich mit 200 statt 120 km/h eher an und wieviel „unentspannter“?

Warum gebe ich mein tolles Auto nicht zurück, wenn ich an der Bahnschranke, die zuverlässig für mindestens 10 Minuten meine Weiterfahrt verhindert, meinen Motor nicht auszuschalten kann, weil mein teures Gefährt scheinbar keinen Anlasser hat?

Und noch ein Tipp für die aufgrund der Sperrung der Nordbrücke momentan extrem staugeplagte Stadt Bonn: Der ÖPNV war im Juni 26 in Bonn kostenlos, was sicher eine sehr vernünftige Regelung war – im Juli gilt das leider nicht mehr. Zusätzlich könnten – wie in den 1970er Jahren ein Park und Ride-System einzurichten, also die (Pendler-)Autos zu Beginn der Stadt oder entlang der Linie 66 auf entsprechenden Plätzen (kostenlos) parken zu lassen und sie dann mit Bahn und Bus (kostenlos) in die Innenstadt zu transportieren. Das würde die Lebensqualität von Anwohnenden und Autofahrenden erhöhen und letztlich zumindest volkswirtschaftlich sinnvoll und kosteneffizienter sein, als der tägliche und straßenverstopfende Stau.

stattdessen kommt der derzeitigen Bonner Regierung unter Führung des CDU-Bürgermeisters DEUS eine viel bessere und wahrlich geniale idee: Wir bauen die Fahrradstraßen in Bonn (auf Adenauerallee und Oxfordstraße zurück, und geben noch mehr Autos noch mehr, also (wieder) vierspurigen Platz, damit der Stau vor der (leider einspurigen) Durchfahrt an der Bonner Universität dann umso schöner für alle Beteiligten wird. Und wenn weniger Radfahrende den uns so lieben Autoverkehr stören, und noch mehr Autos benutzt werden können, wird der dann noch reichhaltigere Autoverkehr Verkehr doch sicher schneller fließen!?! Wird denn Bonn jetzt von Schildbürgern regiert? Hat auch die Bonner Stadtregierung das Gehirn ausgeschaltet?

Das Hirn angeschaltet im Alltag benutzen:

  • mag liebgewonnenen Gewohnheiten widersprechen,
  • mag bisweilen erfordern, den inneren Schweinehund zu überwinden,
  • doch schont es Umwelt, Klima und Artenvielfalt,
  • hilft dabei, uns ALLE vor den Folgen von Extremwettern zu schützen,
  • schont (oft) den eigenen Geldbeutel
  • ermöglich vielleicht auch in 50 Jahren noch ein Kinderlächeln angesichts eines schönen Schmetterlings oder Vogelgesangs, weicher Schneeflocken oder schöner Wälder
  • gibt den Generationen unserer Kinder und Enkel hoffentlich noch die Chance einer lebenswerten Umwelt.

Warum hat man (Gott, die Natur, die Evolution oder was auch immer) uns ein Hirn gegeben, wenn wir uns so oft weigern , es zu benutzen???

ES TUT DOCH FAST GAR NICHT WEH!

wenn wir den Motor ausschalten, weil unser Hirn eingeschaltet ist!

Schon mal darüber nachgedacht? Deine Kinder und deren Kinder werden es Dir danken!

Es braucht keine Verbote, wenn wir alle ein wenig mehr nachdenken. Aber es erhält zumindest unser aller Lebensqualität vielleicht ein klein wenig mehr!

Warum tun wir uns damit so schwer?

Autos entwickeln und produzieren? – Ok, aber bitte MIT HIRN!

Was die Förderung von E-Mobilität angeht, so erscheint diese zunächst sinnvoll. Allerdings hat die Förderung auch zu erheblichen Mitnahmeeffekten geführt, also dass Menschen die Förderung Steuergelder gerne beantragten und mitnahmen, obwohl sie eigentlich einkommensstark genug gewesen wären, sich die Autos auch ohne Prämie zu kaufen:

Bis 2023 gab es Kaufprämie (Umweltbonus) von bis zu 9.000 Euro pro Fahrzeug zur Verfügung, was insgesamt eine Fördersumme von 8,43 Mio. € ergab. Leider führte das nicht dazu, dass kleine und bzgl. des Ressourcenverbrauches „sparsame“ Fahrzeuge von deutschen Herstellern gebaut wurden, sondern deutsche Hersteller entschieden sich, im Sinne der Gewinnmaximierung (pro Fahrzeug) möglichst große und schwere Autos zu bauen.

Ja, das erhielt kurzfristig Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie, doch verbrauchte es in der Herstellung unnötige Mengen eigentlich knapper Rohstoffe und im Betrieb unnötig hohe Mengen von Energie. Bekanntlich ist auch nur Strom bei regenerativer Herstellung tatsächlich klimaschonend. Auch können diese großen und schweren, und natürlich relativ teuren Fahrzeuge auf vielen Märkten mit qualitativ mittlerweile keineswegs mehr schlechteren, aber erheblich kleineren und preiswerteren Modellen etwa aus China oder Korea stammenden Modellen nicht konkurrieren. Auch hier scheint die deutsche Autoindustrie die Markttrends platt gesagt „verpennt zu haben“, und nun bricht der Absatz noch mehr ein und Werke in Deutschland werden geschlossen und Arbeitnehmende entlassen, um Kosten zu sparen. Vielleicht auch : Autos entwickeln und produzieren? – Ok, aber bitte mit Hirn? Also können/sollten/müssten auch Ingenieure und Automanager ihre Vernunftbegabung zu langfristig ökologisch und ökonomisch sinnvollem Denken und Verhalten nutzen? Zu meinen Erfahrungen mit deutscher Ingenieurskunst im Autobereich bereits 2005 hatte ich in einem anderem Beitrag berichtet. Auch das Entwickeln und Produzieren im Sinne der Nachhaltigkeit sinnvoller Autos täte fast überhaupt nicht weh!

Und eigentlich müssen sich Wirtschaft und Umweltschutz mitnichten widersprechen, sondern können sich gegenseitig stützen und „bereichern“, wenn sie ganzheitlicher im Sinne von nachhaltigem Wirtschaften betrieben würden. Und dies statt an scheinbar bewährten alten Rezepten des Fahrzeugbaus festzuhalten!

Und bis Ende 2022 wurden auch Hybridmodelle noch steuerlich gefördert. Ein Schelm wer denkt, die würden dann nicht ausschließlich mit Strom und NIE mit fossilem Treibstoff gefahren.Und bis Ende 2022 wurden auch Hybridmodelle noch steuerlich gefördert. Ein Schelm wer denkt, die würden dann nicht ausschließlich mit Strom und NIE mit fossilem Treibstoff gefahren.

Oder „nach uns die Sintflut“? Vergleiche auch meinen Beitrag „Apropos: Generationsgerechtigkeit„.

Apropos: Sintflut“: Warum ist es so schwer zu verstehen, dass die Vertiefung der Fahrrinne in Flüssen dazu führt, dass das weniger werdende Wasser noch schneller abfließt, also das Problem allerhöchstens kurzfristig mildern, aber schon mittelfristig verschärft? Um mittel- und langfristig müsste man an die Ursachen, nicht die Symptome, ran. Und außer für die hartnäckigsten Leugner liegen die Ursachen klar zutage, und sind keineswegs in der Fahrrinne versteckt, so dass diese ausgebaggert werden müsste: Die Ursache für das weniger werdende Flusswasser, wodurch die Flusspegel immer schneller und früher sinken sind das Abschmelzen der Gletscher (beim Rhein der Alpengletscher) sowie durch Klimawandel zumindest unterstützte stationäre und länger andauernde Wetterlagen, die mal in Starkregen wie 2021 und mal in fehlenden Regenfällen wie 2018 und 2026 münden. Einfachste Basisphysik weiß: Fahrrinenvertiefung und Flussbegradigung lässt das spärlichere Wasser noch schneller abfließen.

Doch Ursachenbekämpfung würde Verhaltensänderungen erfordern 🙁 Und da ist es doch leichter, der „Fahrrinne“ die Schuld zu geben!

Verkehrs- und Wirtschaftspolitik – ok, aber bitte mit Hirn?

Ab Januar 2026  wurde die pauschale und für das Steuersäckel teure Förderung „für alle“ dann zum Glück nicht so wieder aufgelegt, sondern durch eine neue, sozial gestaffelte Förderung ersetzt, die bis 2029 mit drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds ausgestattet ist. 
Privatpersonen erhalten je nach Einkommen und Fahrzeugtyp bis zu 6.000 Euro Zuschuss für Neuwagen (BEV, REEV, PHEV) oder Leasingverträge; für Familien gibt es zusätzliche Boni pro Kind. Das erscheint zumindest zur Vermeidung weiterer Mitnahmeeffekte sinnvoll! Also auch.

Lasst uns ALLE unser Hirn sinnvoll nutzen!

Scheint alles fürchterlich kompliziert? Wirklich? Eigentlich scheint mir das bei gutem Willen und ggf. der Überwindung liebgewonnener Bequemlichkeit nicht wirklich der Fall!

Wir müssen nur wollen! Hin und wieder etwas scheinbare Bequemlichkeit etwa durch Fahrgemeinschaften, Umsteigen auf ÖPNV oder Fahrräder, gut funktionierende Park and Ride-Systeme, die es auch in den 1970er Jahren bereits gab.

Statt Steuergelder in die Förderung großer und teurer, letztlich auch nicht nachhaltiger Autos zu verpulvern, könnten diese ressourcen- und klimaschonender in intelligente Verkehrssysteme umgeschichtet werden, damit das Transportangebot „weg vom Auto“ attraktiv genug wird, und somit die Nachfrage steigt, damit dadurch auch die finanziellen Mittel für ein verbessertes Angebot zur Verfügung stehen.

Letztlich bedingen sich auch hier Angebot und Nachfrage gegenseitig, doch den guten Willen von uns allen braucht es dennoch und immer noch!

Wenn wir dazu zu bequem sind und an unsinnigen, doch lieb gewonnenen Gewohnheiten im Verbraucherverhalte, in der Wirtschaft und Politik festhalten, werden die meisten von uns noch erleben, dass uns das Verweigern des Gebrauchs unserer Vernunft noch so teuer zu stehen kommt, dass wir mit immer neuen Hitzerekorden, Wassermangel und Umweltzerstörung echt „ins Schwitzen kommen“. Von den nachfolgenden Generationen unserer Kinder und Enkelkindern gar nicht zu reden!

UNDWIR HABEN ES GEWUSST – oder zumindest hätten wir es können. Die großen Weltdinge sind zwar eine bequeme, aber keine gute Ausrede! Auch „Kleinvieh macht Mist“ also einen Unterschied! Und sei esw das Anschalten des Motors erst, wenn ich tatsächlich losfahre und das „Abstimmen mit den Füßen“ bei Automarken und deren Modellen, bei denen der (durchaus sinnvolle) Einbau eines Anlassers leider vergessen wurde. Aus Kostengründen? Oder aus Hirnlosigkeit?

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