Kategorie: Klimawandel

  • Die Wirtschaft muss unbedingt gestärkt werden!

    eingestellt am 17.11.25

    Im November 2025 besuche ich Oldenburg, um dort ein angedachtes Projekt mit meiner Mitstreiterin zu besprechen.

    Auf der Rückfahrt ist der Zug von Osnabrück nach Duisburg so voll, dass die Leute im gesamten Gangbereich stehen und ich beim Versuch, die Toilette zu besuchen, an diesen Reisenden vorbei und über Taschen und Koffer hinwegklettern muss. Mit Halbseitenlähmung fällt mir das nicht so leicht.

    Als ich dann erfolgreich wieder an meinem Platz angekommen bin, und Wanne-Eickel bald erreicht wird, rufe ich: „Leute – hier gibt es Freibier“ – und schiebe hinterher: „Freifritten auch!“.

    Doch als wir den Bahnhof Wanne-Eickel wieder verlassen haben, muss ich mir eingestehen, dass auch Freibier in Deutschland nicht mehr zieht 🙁 Was ist nur mit den Deutschen los? Ja, ich erinnere mich an die Nachricht vor einiger Zeit, der Bierkonsum in Deutschland sei zurückgegangen. Aber so krass? Armes Deutschland! Was soll nur aus unserer „Wirtschaft“ werden? Ist Wirtschaft ohne Bierseeligkeit wirklich vorstellbar? Hat nicht Loriot recht: „Eine Wirtschaft ohne Bier ist möglich, aber sinnlos!“?

    Ich fordere Zutatenoffenheit beim Bierbrauen und das AUS des Reinheitsgebotes – das schadet doch unserer Wirtschaft nur! Und wenn das „technologieoffene“ Aus des Verbrenners ausgesetzt werden kann, sollte doch auch meine Forderung in Deutschland UND der EU umgesetzt werden können?

    Herr Merz: Also bitte! – Sie versprachen doch einen „Herbst der Reformen!“ Da wird man Sie doch wohl noch auffordern dürfen, sich endlich für unsere „Wirtschaft“ ins Zeug zu legen! Schon Ihre Vorvorgängerin meinte: „Gut ist alles, was der Wirtschaft nutzt!“ Und dieser von Ihnen bekanntermaßen höchstgeschätzten Vorgängerin wollen Sie nun „nachstehen“? Echt jetzt?

    Hinweis: Weitere mehr oder weniger lustige Begegnungen bei meinem Reiden habe ich in einem anderen Beitrag gesammelt.

  • Loriot’s wahrlich visionäre und zukunftsgerichtete Energielösung

    publiziert am 24.4.2026

    Frankreich will sie bauen,

    die derzeitige EU-Kommission sieht sie als klimafreundliche Lösung

    die AFD fordert sie ebenso wie Katharina und Jens – und natürlich Markus!

    Kleine (modulare) Atomkraftwerke

    Und Loriot hatte bereits 1987 eine bahnbrechende Vision, die er in seinem Sketch „Weihnachten bei den Hoppenstedts“ darstellte – eben kleine Atomkraftwerke – modular: Loriot dachte sogar an einen Modellbausatz.

    Wie es bei den Hoppenstedts endete, lässt sich vermutlich Weihnachten 2026 wieder im Fernsehen verfolgen.

    In Frankreich mussten im Sommer 2022 fünf der 56 Reaktoren (Tricastin, Golfech, Saint-Alban, Blayais und Bugey) aufgrund zu warmer Flüsse und niedriger Wasserstände ihre Leistung reduzieren – zur Versorgung bezog man in Frankreich dann u.a. regenerativen Strom aus Deutschland.

    Der Super-GAU in Tschernobyl passierte kommenden Sonntag vor 40 Jahren, doch war das ja in einem östlichen Land und könnte in westlichen und fortschrittlichen Ländern NIEMALS passieren! So dachte man bis zum 11.3.2011, bis zum GAU in Fukushima. Danach beschloss das Kabinett der Physikerin Angela Merkel, damals sicher nicht „technikfeindliche“ Kanzlerin den Atomausstieg,

    Der Ausstieg des Jahres 2010 aus dem 2000 beschlossenen Atomausstieg kostete die Steuerzahlenden offenbar über 2,4 Milliarden EURO an Abfindungen für die Energiekonzerne! Hinzu kommen für den Rückbau der Atomkraftwerke und die Endlagerung des Atommülls von rund 170 Milliarden EURO, wobei die Energiekonzerne hierfür lediglich 39 bis 46 Milliarden EURO beisteuern. Die verbliebenen 124 bis 131 Milliarden EURO sowie weitere Sanierungskosten wie für das Atommülllager Asse trägt allein der Staat und somit die Steuerzahlenden.

    Derart subventioniert und lediglich die Betriebskosten berücksichtigend, erscheint Atomstrom tatsächlich als konkurrenzlos billige Energiequelle, doch sollten nicht ehrlicherweise die tatsächlichen volkswirtschaftlichen Kosten berücksichtigt werden, wenn man sie z.B. mit jenen der erneuerbaren Energien vergleicht? Sonst handelt sich beim Vergleich wohl eher um eine „Milchmädchenrechnung“! Wobei hiermit weder etwas gegen Milch noch gegen Mädchen gesagt sein soll, sondern lediglich die Art der Rechnung und der ihr folgenden Argumentation hinterfragt werden soll!

    Die Energiekonzerne wollten angesichts der Forderungen einiger Politiker, wie etwa dem Markus aus jenem südlichen Bundesland, in dem der Ausbau der Stromnetze in den letzten Jahren so zielstrebig und gegen alle Widerstände , sowie unter Nutzung der Flächen der Nachbarbundesländer vorangetrieben wurde, wie in keiner anderen bundesdeutschen Region (:-)). Jedenfalls wollten die Energiekonzerne weder neue Meiler bauen noch alte wieder hochfahren – vermutlich bedachten sie die tatsächlichen Kosten(?)

    Und die ideenreiche Bundeskatharina plant nun, die erneuerbaren Energien nicht schneller auszubauen als die Stromnetze! Ein Schelm, der hier „Ideologiegetriebenheit“ unterstellt.

    Beim Bau früherer Atomkraftwerke wurde nicht nur der Bau der Meiler, sondern auch die Atommülllagerung, und schließlich der Rückbau durch die Gemeinschaft, also alle Steuerzahlenden subventioniert (s.o.), während die Gewinne (wie üblich) individualisiert wurden, also in Form von Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet wurden.

    Doch bei tatsächlicher Berücksichtigung aller, auch der langfristigen Gestellungskosten, also der Einbeziehung all jener Kosten vom Bau bis zum Ende von Strahlungsgefahren (die potenziellen Kosten einer Havarie mal komplett außer Acht lassend in den Atomstrompreis ist der Preis volkswirtschaftlich bei Weitem offensichtlich nicht mehr konkurrenzfähig, und somit auch nicht bei betriebswirtschaftlicher Kostenrechnung, wie diese vermutlich durch die Energiekonzerne vorgenommen war. Möglicherweise führten diese realistischen Kalkulationen bei den Energiekonzernen zum Nicht-Interesse eines Wiederhochfahrens oder Bau neuer AKWs (?)

    Durch die Ampelregierung wurde der erneute Atomausstieg beschlossen und bis April 2023 umgesetzt gegen den Widerstand von zumindest zwei deutschen Parteien, aber der prophezeite Zusammenbruch der Energieversorgung in Deutschland blieb aus!

    Aber kleine, „modulare“ Meiler seien die Lösung, wird nun behauptet. Zur Einschätzung vergleiche auch: Kleine wundersame Reaktoren –  … – Wissenschaft im Brennpunkt – Apple Podcasts?

    Dass deren Entwicklung noch bei keinem Modell zur Betriebsgenehmigung geführt hat, und Bau 1-2 Jahrzehnte dauern könnte, die Kosten extrem hoch wären und auch bei ihnen das Müllproblem noch ungelöst ist: sei’s drum! Aber was die Grünen beschlossen und umgesetzt haben, erscheint nicht nur in diesem Fall absolut unsinnig gewesen zu sein und ist unbedingt rückgängig zu machen (!?!)

    Vergleicht man das Krisen-Management des Ministers Habeck nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 und das jetzige von Ministerin Reiche, mag sich jede/r selbst beantworten, welches „professioneller“ erscheinen mag.

    Das Endlagerung des Jahrtausende gefährlich strahlenden Atommülls ist nicht nur in Deutschland. ungelöst, doch verspricht man meinen noch ungeborenen Enkeln, bis 2070 eine Lösung gefunden zu haben 🙂

    Also lasst uns u.a. mit kleinen, modularen Atomkraftwerken frohen Mutes und voller Vertrauen zurück in die Zukunft gehen! Und vielleicht kann man den Atommüll ja mit Elon Musks Space-X zu Mars schicken – und dort „entsorgen“!?! Aus den Augen aus dem Sinn?

    Und könnte nicht Loriots AKW-Modellbausatz eine tolle Geschäftsidee für Lego oder das finanziell angeschlagene Playmobil sein? Oder aus Stoff für den „Kindertraum“ zumindest der „Boomer“ ebenfalls angeschlagene Unternehmen „Steif“: Ein kuschliges Mini-AKW bereits für unsere Jüngsten? Das lässt Kinderaugen mit Sicherheit strahlen! Vielleicht in Kooperation mit dem US-Unternehmen Mattel, die eine Katharina-Puppe und ihren Jens- oder Markus-Partner beisteuern. Dann könnte Disney, Paramount oder ein anderer Medienkonzern sicher auch einen neuen Blockbuster produzieren!? 🙂 Und durch das Joint Venture wären möglicherweise auch US-Zölle zu vermeiden?

    In jedem Fall war Loriot mit seinen Visionen wirklich zukunftsweisend – und wir sollten seinen Visionen unbedingt folgen, um einer wahrlich strahlenden Zukunft entgegen blicken zu können.

  • Autofahren – ok, aber bitte mit Hirn!

    eingestellt am 6.12.24

    Foto Stefan Hagelüken: Uganda (Feb. 2010)

    Es tut fast gar nicht weh!

    den Verbrennungsmotor auszuschalten, oder ausgeschaltet zu lassen, weil das Gehirn angeschaltet ist!

    Dass Autofahren mit Verbrennungsmotoren CO2 ausstößt und somit das Klima schädigt, ist hinreichend bekannt. Dass Klimaschädigungen zu Extremwetterereignissen und teuren Schäden für Leib und Vermögen führt, ist mannigfaltig, u.a. an Ahr und Erft, in 2o24 zuletzt bei Valencia, schmerzhaft erfahren.

    Es geht nicht darum, überhaupt nicht mehr Auto zu fahren. Sicher gibt es bisweilen gute Gründe dafür, das Auto statt anderer Verkehrmittel zu wählen. Dann bitte!

    Doch ist es oft einfach, schont Geldbeutel und Umwelt, und tut fast gar nicht weh, den Motor ausgeschaltet zu lassen, dafür aber das eigene Hirn einzuschalten:

    Muss jede kleine Fahrt mit dem Auto wirklich sein, oder gibt es manchmal bessere Alternativen mit anderen Verkehrsmtteln?

    Ist es möglich, mit anderen zusammen notwendige Fahrten etwa zum Arbeitsplatz zu unternehmen (Fahrtgemeinschaften zumindest ab einem Sammelpunkt) , oder muss jede/r ins eigene Auto steigen?

    Kann ich mein Kind auf dem Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad begleiten, bis es den Weg sicher bewältigen kann, oder braucht es wirklich das tägliche „Elterntaxi“?

    Wie viele Minuten komme ich mit 200 statt 120 km/h eher an und wieviel „unentspannter“?

    Warum gebe ich mein tolles Auto nicht zurück, wenn ich an der Bahnschranke, die zuverlässig für mindestens 10 Minuten meine Weiterfahrt verhindert, meinen Motor nicht auszuschalte, weil mein teures Gefährt scheinbar keinen Anlasser hat?

    Das Hirn angeschaltet im Alltag benutzen:

    • mag liebgewonnenen Gewohnheiten widersprechen,
    • mag bisweilen erfordern, den inneren Schweinehund zu überwinden,
    • doch schont es Umwelt, Klima und Artenvielfalt,
    • hilft dabei, uns ALLE vor den Folgen von Extremwettern zu schützen,
    • schont (oft) den eigenen Geldbeutel
    • ermöglich vielleicht auch in 50 Jahren noch ein Kinderlächeln angesichts eines schönen Schmetterlings oder Vogelgesangs, weicher Schneeflocken oder schöner Wälder
    • gibt den Generationen unserer Kinder und Enkel hoffentlich noch die Chance einer lebenswerten Umwelt.

    Warum hat man (Gott, die Natur, die Evolution oder was auch immer) uns ein Hirn gegeben, wenn wir uns so oft weigern , es zu benutzen???

    ES TUT DOCH FAST GAR NICHT WEH!

    wenn wir den Motor ausschalten, weil unser Hirn eingeschaltet ist!

    Schon mal darüber nachgedacht? Deine Kinder und deren Kinder werden es Dir danken!

    Es braucht keine Verbote, wenn wir alle ein wenig mehr nachdenken. Aber es erhält zumindest unser aller Lebensqualität vielleicht ein klein wenig mehr!

    Warum tun wir uns damit so schwer?

  • ARTEFACT – Besuch des Zentrum für angepasste Technologie mit elektrisch unterstützter Muskelkraft

    Mitte der 1990er Jahre besuchte ich ARTEFACT bei Glücksburg zum ersten Mal und war sehr beeindruckt über die installierte Solaranlage, das Windrad (beides damals noch relativ ungewöhnlich) und die eigene Abwasserklärung in einem mit Schilf bewachsenen Teich auf dem Gelände. Auch waren die Gebäude des Tagungs- und Schulungszentrums in Lehmbauweise hergestellt, was ein sehr angenehmes Raumklima bedingte.

    Gerade im Sommer 2026 ist das Raumklima von besonderer Bedeutung für viele Menschen, da wir bereits Mitte/Ende Juni, also so früh im Sommer wie noch nie, eine lange (18-tägige) Hitzeperiode mit Rekordtemperaturen für Deutschland von über 41 Grad Celsius erleben. Viele Menschen, besonders kranke und alte Menschen, aber auch Bewohnende von Dachwohnungen stöhnen über diese langanhaltende Hitze, die z.B. in Königswinter mehrere Nächte hintereinander auch nachts nicht unter 20 Grad fällt. Ventilatoren sind ausverkauft, Menschen und Tiere leiden, Experten betonen, dass die Wärmeperiode eindeutig durch den menschengemachten und längst unleugbaren Klimawandel zumindest stark verstärkt wird. Ausgelöst wird auch sie, wie die Fluten an Ahr und Erft im Juli 2021, durch längere stationäre Wetterlagen, 2021 mit Regenfällen, 2026 nun mit extremen Sonnenschein und Hitze.

    Einig sind sich Experten auch, dass derartige Perioden in kommenden Jahren in Zahl und Ausmaß eher zunehmen werden. Städte und Kommunen sollten sich auch in der Stadtplanung und Bauweise anpassen, um ein Leben für die Bewohnenden noch erträglich zu machen: von mehr Grünflächen, Entsiegelung von Flächen, Wasserspendern und Kälteräumen ist die Rede – das deckt sich nicht unbedingt mit der Forderung von Autofahrenden nach mehr Parkplätzen und breiteten Straßen für immer größere Autos und dem unsäglichen Trend zu versiegelten, also pflegeleichten Vorgärten.

    ARTEFACT hat übrigens schon lange nicht nur Lehmbauten sondern auch Dachbegrünung auf seinem Gelände angelegt

    Dachbegrünung und Solarenergie auf einem Gebäude des ARTEFACT-Geländes – Foto: StH, Anfang Juni 2026

    In 2026 wurde in den Medien bereits am 10. Mai vermeldet, dass Deutschland bereits seine statistischen natürlichen Reserven für 2026 verbraucht habe. Solche Überlegungen, also das Bemühen, dass „kein Teil der Welt dauerhaft auf Kosten der anderen leben solle“, manifestiert sich im Leitbild von ARTEFACT.

    ARTEFACT stellt auf seinem Gelände und im dazugehörigen „Klimapark“ mit vielerlei Beispielen und Installationen dar, wie dem immer früheren Erreichen des statistischen Reserveverbrauches begegnet werden kann

    Solargebäude und Lehmbau mit Kuppeldach bei ARTEFACT in Glücksburg – Foto: StH, Anfang Juni 2026

    Auch informieren sie über verschiedene Baustoffe und Bauweisen und unterschiedliche regenerative Energiegewinnungsoptionen. Der Klimapark ist mit seinen reichhaltigen und vielfältigen Informationen gerade vor dem Hintergrund unserer „Wetter-„Erfahrungen im Juni 2026 nur zu empfehlen. Keiner sollte sagen: „Wir haben es ja nicht geswusst“ oder „Ich kann ja ohnehin nichts tun!“ – Das Team von ARTEFACT zeigt seit nunmehr 40 Jahren, was geht und zeigt Besuchenden und u.a. Schulklassen, WIE es geht

    Schulkinder und ihre Betreuenden stärken sich beim Frühstück anlässlich des Besuchs des ARTEFACT-Klimaparks – Foto: StH, 2.6.26

    Die Idee

    Bei der Mitgliederversammlung des AT-Verbandes (Verband zur Förderung angepasster, sozial- und umweltverträglicher Technologien e.V.) im Dezember 25 wies der ARTEFACT-Geschäftsführer, Werner Kiwitt, darauf hin, dass ARTEFACT 40 Jahre in in 2026werde, und lud dazu ein, vorbeizukommen.

    Ich antwortete ihm dass das passieren könne, und plante mit meiner Partnerin einen Besuch im späten Frühling 26.

    Die Planung

    Unsere Räder wollten wir mitnehmen und erwogen zunächst diese in Nahverkehrszügen mitzunehmen, Doch dann recherchierten wir auf Komoot und suchten uns eine Tour entlang des Rheines bis Wesel, dann am Wesel-Dattel-Kanal bis Coesfeld und von dort an Bremen und Hamburg vorbei nach Schleswig-Holstein und bis zur dänischen Grenze heraus.

    In 14 Tageetappen von je etwa 50 km sollten wir dorthin gelangen. Besser als Zug – und natürlich sieht und erlebt man viel mehr beim lamgsameren Reisen per Rad als im Auto oder Zug!

    Vorbereitung

    Das E-Bike meiner Partnerin unterzogen wir noch einer Inspektion, mein Dreirad hatte eine fehlende Speiche, so dass ich diese noch einziehen ließ. Als ich das Rad mit vollständigem Speichensatz (bei E-Motion https://emotion-ebikes.de/standorte/nrw/bonn ) abholen wollte, wurde ich mit einer „schlechten Nachricht“ empfangen: „Ihr Rahnen weist einen beginnenden Rahmenbruch auf!“ – „Aber wir wollten doch eine etwa 650 km lange Fahrradtour unternehmen!“.“ Das würde ich tun – es sollte zuvor geschweißt werden. Aber wir dürfen das nicht.“ – „In einer Autowerkstatt“? – „Ja.“ – „Und wenn es geschweißt ist“? Dann können Sie wieder fahren!“

    Also radelte ich die Firma Löffelholz in Königswinter an, wo ich bei Bedarf mein Auto reparieren lasse. Zunächst hieß es, sie könnten Termine erst wieder ab Mitte Mai vergeben. Wir wollten jedoch um den 16.5. losradeln. Schließlich wurde mir nach stöbern im Computer am 7.5. noch ein Slot eingeräumt. Also brachte ich meinen Drahtesel – eher ein „Vollblut-Pferd , wenn auch nur mit 3 Beinen (Rädern); am 6.5. abends dort vorbei und konnte es tatsächlich am 7.5. geschweißt und die Naht wieder gestrichen, abholen.

    Diese überaus sinnvolle Vorbereitung war also glücklich geschafft. Nicht auszudenken, der Rahmen wäre während der Fahrt knapp hinter dem Sattel gebrochen – das hätte erhebliche Verletzungen bedingen können.

    In jeweils einen neuen Akku für das 7 Jahre alte Bike meiner Partnerin und mein gut 6-jähriges Gefährt hatten wir auch investiert – man gönnt sich ja sonst nichts, bzw. ein interkontinentales Flugticket wäre sicherlich teurer gewesen.

    Und dann stellte ich am 11.5. fest, dass sich die Sohle meines Orthesenschuhes an der Innenseite des linken Schuhs ablöste. Also auch noch meinen Orthopädiemechaniker bei Sanitätshaus Hohn in Bonn angerufen, und einen Termin für den nächsten Tag ausgemacht, an dem er die Sohle des Schuhs fachmännisch klebte.

    Die Sohle löst sich ab (Foto: StH, Mai 26)

    Am „Vatertag“ verzichteten wir auf den Ausflug mit Bollerwagen und Bierkiste, sondern nutzten ihn zu Probepacken. Dass wir uns beim Gepäck beschränken müssten, war uns zuvor bereits klar.

    Im Prinzip konnte es nun losgehen, doch war für Samstag einiges an Regen angesagt, Dass wir Regen kaum komplett vermeiden könnten, war uns bewusst, aber vielleicht doch erst am Sonntag losfahren?

    Und da in diesem Mai und in den kommenden Tagen einiges an Regen oder zumindest „Regenneigung“ angesagt ist, kaufte ich mir am 15.5. noch eine Regenhose. Allerdings ist es trotz Reißverschluss an den Unterschenkeln nicht banal, die Reise über die Orthesenschuhe zu bekommen, wenn der Regen plötzlich einsetzen sollte, da sie nur schwer über die steifen und etwas klobigen Schuhe geht. Vermutlich ist es eher sinnvoll, entweder die Regenhose bereits morgens (und vor den Schuhen) anzuziehen, sollte die Wetter-App für die Tagesetappe eine höhere Regenwahrscheinlichkeit ansagen. Oder ggf. ein trockenes Plätzchen zu suchen, wo ich die Schuhe aus, dann die Regenhose an- und die Schuhe auch wieder anzuziehen. Auch wird das An- und Auskleiden sicher leichter fallen, wenn ich mich dabei hinsetzen kann. Wie ein gesunder Mensch, die Hose bei Bedarf mal kurz im Stehen überzustreifen, wird mir sicher kaum gelingen. Nun gut, auch hiermit werden wir Erfahrungen machen – und ich über diese später in diesem Beitrag berichten.

    Jedenfalls ist einiges für mich als mit Halbseitenlähmung Reisenden zumindest „etwas anspruchsvoller“ als für einen Durchschnittsbürger. Aber das macht das Abenteuer letztlich umso spannender 🙂 –

    Bleiben Se also dran, begleiten Sie uns, und erleben Sie derart Sanchos Abenteuer mit: jene, die mit Impressionen über Land und Leute, Tipps und ggf. Anregung und Ermutigung für andere Reisende mit Behinderung garniert sein werden …

    Die Reise (17.5.26 ab Königswinter)

    17.5.26: 1. Etappe (Königswinter-Opladen) – 71 gefahrene km

    Bereits die von Komoot vorgeschlagene Etappe änderten wir, da sie uns ziemlich mitten ins Industriegebiet in Köln-Porz geführt hätte. Wir entschieden uns, unsere erste Nacht in Leverkusen-Opladen zu buchen, und fanden dort im Hotel Villa am Fürstenfeldplatz 1 eine uns geeignet erscheinende Unterkunft. Wichtig war uns neben einem einigermaßen annehmbaren Preis insbesondere, die Räder sicher und trocken abstellen zu können.

    Die Route der 1. Etappe – Screenshot

    Foto: StH, 2026: gepackte Räder in der Hofeinfahrt unserer Wohnung)

    Wir packen die Räder gegen 9.00 Uhr. Es ist morgens noch recht frisch und es ist auch Regen angesagt. Also starten wir mit Regenjacken- und Hosen, und meine Partnerin zieht noch in Königswinter ihre Mütze unter dem Helm an. Dies soll ihre Ohren und Stirn schützen, die bei Kälte empfindlich sind. Auch prüft sie die Verzurrung des Gepäcks.

    Kurzer Halt, um die Mütze anzuziehen

    Den ersten Teil der Etappe bis zum „Daisys“ in Köln-Zündorf kannten wir bereits von früheren Ausflügen entlang des Rheins. Die Strecke führt über knapp 35 km von Königswinter an Bonn- Beuel, Schwarzrheindorf, Bergheim, Mondorf, Niederkassel durch Lützel durch bis Zündorf. Man führt überwiegend am Rhein entlang, kommt an Fachwerkhäusern und Feldern vorbei und über Dämme und entlang von Wäldern. Sie fährt sich recht gut und teilweise sieht man schöne Feld- und sonstige Blumen an den Hängen des Dammes, auf dem der Radweg meist recht gut ausgebaut, entlangführt.

    Ein Radeln mit derart schwerem Gepäck ist gewöhnungsbedürftig, so dass meine Partnerin entsprechend vorsichtig fährt, um sich zunächst an das Fahrverhalten zu gewöhnen, aber es klappt recht gut.

    In Zündorf ist heute ein Fest mit Buden und viel Publikumsverkehr, so dass wir über einige hundert Meter sehr vorsichtig fahren müssen (ich) bzw. das Rad schieben (meine Partnerin) müssen. Bei zweien der Kabelkanäle komme ich ins Stocken, doch ein freundlicher Besucher des Straßenfestes schiebt mich jeweils kurz an.

    Seit wenigen Jahren habe ich eine Hake-Pedale, die neben dem Fußkorb für meinen linken Fuß auch über einen Fersengummi verfügt, so dass ich nicht, wie früher, bei Unebenheiten aus dem Korb abrutsche und mir den Unterschenkel an der Pedale stoße, was dann doch bei Wiederholung recht weh tat. Diese Hake-Pedale, die mir bei E-Motion von einem Mitarbeiter empfohlen worden war, ist eine wirkliche Verbesserung und bewährt sich immer wieder für meinen gelähmten Fuß. Der Fersengummi reißt irgendwann, doch habe ich als Meterware gekauft und wir wissen mittlerweile, wir wir diese an der Pedale mit Doppelknoten festbinden und die Knoten mit Gaffaband sichern. Ist zwar „gefrickelt“, aber hält recht gut.

    Im Daisys machten wir eine erste Rast und stärken uns mit heißer Schokolade und ich einem Quarkbrot. Das Daisys ist ein wirklich nettes, kleines Café/Restaurant, das auch eine Terrasse hat, auf der wir heute einen Tisch finden, Bei gutem Ausflugswetter sollte man besser einen Tisch reservieren. Neben Kaffee, gutem und unterschiedlichem Tee gibt es auch leckeren Kuchen und kleinere Häppchen.

    Die Theke des Daisys mit Durchgang zur Küche -Foto: StH, 2026

    Das bepackte Rad meiner Partnerin am Daisys in Zündorf

    Nach der Rast (und Stärkung) fahren wir weiter am Rhein entlang

    Der Radweg hinter Zündorf ist recht gut und schön und hat auf seiner linken Seite teilweise eine Baumallee mit Fußgängerweg.

    und sehen Dom und Deutzer Brücke von der scheel Sick aus. – Foto: StH, 2026

    Kölner Dom und Deutzer Brücke vom Radweg in Köln-Deutz aus – Foto: StH, 2026

    Irgendwann hinter Porz stehen wir plötzlich an einer Treppe, jedoch können wir etwas zurückgefahren ohne Treppe auf die darüberliegende Straße gelangen.

    Bei Köln-Mühlheim müssen wir erstmals einen Akku wechseln und machen dort eine kleine Rast.

    Kurze Rast mit Akkutausch und ein paar Keksen zur Stärkung – Foto: StH, 2026

    Dann geht es weiter, weg vom Rhein und durch den Leverkusen-Chemiepark. Hinter Leverkusen verfahren wir uns ein wenig an einer Baustelle – bei Änderungen ist Komoot halt nicht aktuell, aber dann finden wir doch den Weg Richtung Opladen, der durch einen kleinen Wald führt und weiterhin recht schön ist.

    Der Radweg durch den Wald bei Opladen Richtung „Wildgehege“.

    Foto: IFM, 2026

    Nachdem uns Komoot auch am Markt in Opladen noch etwas verwirrt hat, kommen wir gut am Hotel Villa am Fürstenbergplatz 1 in Obladen an.

    Hotel Villa (Fürstenbergplatz 1, Leverkusen-Opladen) Foto: IFM

    Opladen ist nach wechselnden Zugehörigkeiten seit dem 1. Januar 1975 ein Stadtteil von Leverkusen und hatte Ende 2023 knapp 26.000 Bewohnende. Sie liegt an den unteren Ausläufern des Bergischen Landes an der Wupper, die in der Nähe in den Rhein mündet. Die ältesten archäologischen Funde stammen aus der mittleren Steinzeit (8.000 – 3.000 v. Chr.). Erst um 600 n. Chr. wird eine erneute Besiedlung im Rahmen der fränkischen Landnahme vermutet. Nach der Reformation wechselte Opladen zunächst um 1600 n.Chr. ins Lutherische Lager, bevor es mit einem neuen Pfarrer wieder zur katholischen Kirche zurück wechselte.

    Ende des 18. Jahrhunderts fiel Opladen nach der Rheinüberquerung der französischen Truppen unter französische Herrschaft, bevor der bayrische König Max Joseph im Jahre 1806 das Herzogtum Berg (mit Opladen) gegen die Marktgrafschaft Ansbach mit Napoleon tauschte, so dass 1810 auch der Code Napoleon als Rechtssystem eingeführt wurde.

    Nach Napoleons Niederlage kam die Region nach dem Wiener Kongreß an Preußen und wurde 1822 Teil der Rheinprovinz.

    Wir stehen etwas ratlos vor dem Eingang, wo wir offenbar einen Zugangscode benötigen, als jemand herauskommt, der wohl im Hotel arbeitet und uns die Telefonnummer seines Chefs geben kann, selbst aber schnell zum Bus muss.

    Ich rufe den Chef an, und finde dann auch die Zugangsodes zu Haus und Zimmer. Der Chef erklärt uns, wo wir due Räder abstellen können – sie stehen in einem Raum mit einigem Krempel sicher und trocken – offensichtlich finden in der Villa, die ein recht schönes Gebäude ist, noch Renovierungsarbeiten statt.

    Das Zimmer ist ok, wenn auch nur über Treppen erreichbar. Wir bringen unser Gepäck hoch und beenden die 1. Etappe nach etwa 70 km, teilweise durch Regen, aber auch über teilweise schöne Wege.

    Für meinen Geschmack sind die Matratzen zu weich, aber das ist natürlich Geschmackssache, und wir schlafen trotzdem gut.

    Wir schauen und noch an, wie wir morgen weiterfahren möchten und ich buche in Duisburg die nächste Unterkunft im „Restaurant zum Löwen“ in der Kremer Str. 21

    18.5.28 (2. Etappe: Opladen-Duisburg): 54 gefahrene km

    Die Route des 2. Tages – Sceenshot

    Wir erwachen recht früh, packen und fahren kurz nach 9.00 Uhr los.

    Da erneut Regen angesagt ist und es zunächst auch tatsächlich regnet, ziehen wir die Regensachen wieder an.

    Zunächst geht es im Nieselregen auf Radwegen entlang der Landstraße entlang aus Leverkusen-Opladen raus in Richtung Norden. Die Komoot-Ansagen sind bisweilen etwas gewöhnungsbedürftig, da sie jegliche Kurve z.B. an Kreuzungen mit „links“ bzw. „rechts“ ansagt – und dabei KEIN „tatsächliches Abbiegen“ meint.

    Aus irgendeinem, mir nicht ersichtlichen Grund funktioniert die Google-Maps-APP-Ansage derzeit nicht über meine Bluetooth-Kopfhörer.

    Radweg an der Landstraße von Opladen gen Norden

    Die Ausfallstraße aus Leverkusen-Opladen gen Norden, das Wetter ist „erfrischend“ – Foto: StH, 2026

    Hin und wieder halten wir an und orientieren uns anhand der Weganzeigen der Apps. Bis auf eine Stelle finden wir den Weg allerdings recht gut. In der Google-Maps-Ansicht führte der Radweg durchs Grüne. Das tut er auch tatsächlich, allerdings nur in Form von Bäumen am Fahrbahnrand der Landesstraße. Auch der Regen ist etwas nervig, aber auch eine Radtour ist schließlich kein (oder „nicht immer“) ein „Wunschkonzert“

    die Karte des Waldgebietes hinter Benrath – Foto: StH, 2026

    Ab Benrath führt der Radweg dann aber nach einmal rechts und dann links in den Wald hinein abbiegen, durch eben diesen Wald

    Der Weg ist wirklich schön und recht gut zu fahren. Wir hören die Vögel singen und können teilweise nebeneinanderher radeln. Autos hört man wenig und irgendwann kommen wir etwas an einer Bahnstrecke entlang.

    der Radweg durch den Wald – Foto: StH, 2026

    an einem Kletterpark verwirren uns unsere Apps mal wieder ein wenig, aber wir finden dann doch den Weg und sehen an einem Bächlein auch einen Reiher im Bach waten.

    Ein Reiher watet im Bach – Foto: StH, 2026

    Schließlich kommen wir in Rath über eine Bahnlinie

    Bahnstation Rath – Foto: StH, 2026

    Von dort führt uns nach dem Überqueren der Gleise der Radweg entlang Bahn und Straße nach Ratingen.

    In Ratingen kehren wir am Markt in ein Café ein und stärken uns mit Kuchen und heißer Schokolade. Auch nutzen wir die Gelegenheit zum Toilettengang.

    Wir können draußen sitzen und haben so unsere Räder im Blick. Mittlerweile hat der Regen auch aufgehört.

    Der Markplatz in Ratingen vom Café aus gesehen – Foto: StH, 2026

    Hinter Ratingen geht es weiter gen Duisburg und nach einer gewissen Strecke an der Landstraße wieder in ein Waldgebiet und über die „gelbe Brücke“ der „Sechs-Seen-Platte“.

    auf der „gelben Brücke, über der Sechs-Seen-Platte – Foto: StH, 2026

    der Yachthafen rechts der gelben Brücke – Foto: StH, 2026

    Der Weg führt uns weiter durch den Wald gen Duisburg. Duisburg ist mit gut 500.000 Bewohnenden eine kreisfreie Stadt an der Mündung der Ruhr in den Rhein. Im Ruhrgebiet ist sie nach Dortmund und Essen die drittgrößte Stadt sowie nach Köln, Düsseldorf, Dortmund und Essen die fünftgrößte Stadt in NRW.

    Duisburg wurde erstmals 883 urkundlich erwähnt und entwickelte sich bereits im Mittelalter zu einem urbanen Handelszentrum, verlor allerdings im 13. Jahrhundert aufgrund der Verlagerung des Rheins, die Duisburg vom Rhein abschloss, erheblich an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung. 1407 wurde Duisburg auf Anregung Kölns Hanse-Mitglief

    Bekannt ist Duisburg natürlich auch für seinen Rheinhafen , der der größte Binnenhafen Europas ist. Im 20. Jahrhundert war Duisburg, wie das gesamte Ruhrgebiet stark von der Kohle- und Stahlindustrie geprägt.

    im Naturschutzgebiet zwischen Ratingen und Duisburg, durch das der Radweg führt – Foto: StH, 2026

    Duisburg ist natürlich bekannt und hat häufig eher keinen guten Ruf bezüglich Lebensqualität. Doch gehört auch die Sechs-Seen-Platte (s.o.)zum Naherholungsgebiet von Duisburg

    Im Wald vor Duisburg – Foto: StH, 2026

    Man tendiert ja dazu, das Ruhrgebiet als industriell und staubig sowie wenig attraktiv anzusehen, doch bietet es auch sehr viel Grün, Wälder und Naherholungsgebiete. Wir genießen das Zwitschern der Vögel um uns herum und radeln beseelt weiter gen Duisburg – laut einer Statistik des Regionalverbandes Ruhr (RVR) und Statistiken des Landesamtes IT.NRW von 2016/2017 umfasst der Waldanteil etwa 16.000 bis 17.600 Hektar, was rund 17 bis 17 Prozent der Metropole Ruhr entspricht.

    In Duisburg selbst liegt der recht schmale Radweg überwiegend direkt an der Fahrbahn, und ist an manchen Stellen durch Wurzelwerk angehoben. Das ist kein wirklich gemütliches und entspanntes fahren, vor allen nicht mit meinem Dreirad, da ich an einigen Stellen Angst habe, auf die Straße und vor die Autos zu kippen. Ich fahre entsprechend vorsichtig, und schließlich erreichen wir gegen 15.00 Uhr auch wohlbehalten unser Hotel.

    Dort sagt der Rezeptionist, wir sollten zunächst unser Gepäck abladen und ins Hotel stellen. bevor er uns hilft, die Räder in einen Raum in einem anderen zum Hotel gehörigen Gebäude zu verstauen. Dort stehen sie erneut sicher und trocken, auch wenn es ein Heben meines Dreirades ein wenig auf die der Tür gegenüberliegende Treppe benötigt, im es um die Ecke und durch die Tür in den Raum zu bekommen.

    Dann bringen wir unser Gepäck mit dem recht kleinen Aufzug in unser Zimmer im 3. Stock und ruhen uns ein wenig aus, bevor wir im hoteleigenen Restaurant mit einem Gutschein von 5 € zum Abendessen gehen. Es gibt selbstgemachte Döner (auch vegetarisch), von denen ich einen nehme, während meine Partnerin einen Salat und Fritten aus Süßkartoffeln bestellt. Dazu trinken wir alkoholfreie Radler, die auch unseren Flüssigkeits- und Mineralienvorrat etwas auffrischen sollen.

    Das Essen ist schmackhaft und der Kellner sehr nett. Wir sind froh, rechtzeitig runtergegangen zu sein, dass sich die Tische dann recht gut füllen.

    Das Zimmer ist etwas eng, und besonders der Durchgang zwischen der Ecke des Doppelbettes und der schrägen Wand für mich mit Halbseitenlähmung nicht ganz problemlos, doch setze ich mich dann auf die Ecke des Bettes und schwinge die Beine an der Wand vorbei über die Ecke.

    Wir planen die morgige Tour bis Schermbeck-Gahlen und schlafen recht gut und erholsam.

    19.5.26 (3. Etappe: Duisburg-Schermbeck-Gahlen): 43 gefahrene km

    Die Route der 3. Etappe) – Screenshot

    In der Nacht gibt es auf dem Flur unseres Zimmers einiges an Krach. Zunächst scheint ein Kind ziemlich zu toben, später die Eltern recht lautstark zu streiten. Nun gut, wir schlafen dennoch und einigermaßen erholsam.

    Nachdem wir erneut früh erwacht sind, machen wir uns fertig und gehen zum mitgebuchten Frühstück. Es ist recht gut, und irgendwann kommt auch die (etwas geräuschvollere) Familie von unserem Flur. Die etwas „kräftigere“ Frau sitzt mit ihrem Stuhl in meinem Rücken, und lässt mir teilweise nicht allzu viel Bewegungsraum, aber wir müssen ja keine Freunde mehr werden!

    Das Hotelpersonal hilft uns, unsere Räder aus dem Raum im anderen Gebäude zu holen, und vor dem Hotel packen wir unser Gepäck auf. So langsam entsteht so etwas wie Packroutine.

    Mithilfe der Apps finden wir unseren Weg aus Duisburg und durch Oberhausen. Allerdings stößt Komoot aufgrund einer in Duisburg gesperrten Brücke an ihre Grenzen, da Komoot halt keine Aktualisierungen kennt. Mit Unterstützung von Google Maps finden wir allerdings unseren Weg über die übernächste Brücke.

    Die Brücke, über die wir die Umleitung raus aus Duisburg finden.

    Die Ruhr bei Duisburg – Foto: StH, 2026

    Hinter Oberhausen wird der Radweg dann wieder schön und führt uns erneut durch waldige Gebiete mit Vogelzwitschern und gut zu radeln.

    Von der Brücke zu Beginn des Radweges hinter Oberhausen – Foto: StH, 2026

    Weiter geht es nach Oberhausen auf einem schönen Radweg – Fotos: StH, 2026

    Der Weg führt uns an Sterkrade und dem Heidesee vorbei über gen Schermbeck.

    Am Heidesee Foto: StH, 2026

    Der Heidesee liegt in der Kirchheller Heide im Nordwesten der Stadt Bottrop und ist Teil des Ruhrgebietes. Es handelt sich um ein 54 Hektar großes Naturschutzgebiet und ehemaliges Kiesabgrabungsgelände, das aus drei Gewässern besteht. Als Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ ist es bedeutsam für seine nährstoffarme Unterwasservegetation und dient als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarte, darunter Haubentaucher und Reiherenten.

    Wir fahren weiter durch das Gebiet der Gemeinde Kirchhellen und passieren Höfe und Felder.

    Pferde auf einem Hof zwischen Kirchhellen und Scherbeck – Foto: StH, 2026

    Hinter Kirchhellen geht es durch Felder weiter Richtung Schmermbeck.

    Wegweiser hinter Kirchhellen – Foto: StH, 2026

    Bei recht angenehmer Temperatur und Witterung geht es durch Felder, an einzelnen Häusern und Gehöften sowie Bäumen und Baumgruppen vorbei weiter gen Schermbeck .

    Landschaft hinter Kirchhellen – Foto: StH, 2026

    Radweg hinter Kirchhellen – Foto: StH, 2026

    Von Schermbeck oder gar Schermbeck-Gahlen hatten wir zuvor auch noch nichts gehört, aber wir planen unsere Tagestouren stets in Kombination von Etappen um die 50 km in die ungefähre Richtung (gen Schleswig-Holstein und der Verfügbarkeit von erschwinglichen Unterkünften über Booking.com. Dabei kam heute halt El Capitan in Schermbeck-Gahlen heraus. Stets versuchen wir auch in Erfahrung zu bringen, ob unsere Räder sicher untergestellt werden können, was heute in einer abschließbaren Garage möglich ist.

    Gegen Ende verwirrt uns Komoot mal wieder ordentlich und wir verstehen nicht wirklich, warum wir so fahren müssen, wie sie uns leitet, doch schließlich sind wir in Gahlen am El Capitan, auch wenn Komoot uns irgendwie noch weiterschicken will. Ich hatte ein Probeabo von Komoot, aber das kündige ich vor Ablauf der Probewoche, da mich die APP nicht wirklich überzeugt. Wir nutzen zunächst parallel und dann ausschließlich „Google Maps“. Vorteile sind, dass diese APP meist Streckenänderungen berücksichtigt (eine Ausnahme erleben wir später in Schleswig) und sich anpasst, wenn man einen anderen Weg wählt. Nachteile sind, das wir bisweilen ins Nirvana geleitet wurden (auch dies wird in späteren Etappen geschildert) und die APP offenbar recht viel „High-Speed-Kontingent frisst- Auch passiert es mir wiederholt und aus mit unverständlichen Gründen, dass die APP kein Sprachsignal mehr auf mein Bluetooth-Kopfhörer schickt – einige Tage später funktionierte das Sprachsignal dann wieder. vorläufiges Fazit: die vollumfänglich befriedigende APP habe zumindest ich noch nicht gefunden.

    In der Rezeption des El Capitano treffen wir eine Dame an, die uns mit dem Gepäck die gut 20 Stufen hinauf zum Zimmer hilft und uns die Garage zum Unterstellen der Räder zeigt.

    Anschließend wollen wir im Ort etwas essen, doch hat ein Restaurant nur Mittwoch-Sonntag auf, also am heutigen Dienstag nicht. Wir essen schließlich eine Pizza und einen Salat in einer Pizzeria mit Lieferservice

    Auch sehen wir eine Mitfahrerbank, an der ein Schild darauf hinweist, dass dies erst ab 16 Jahre erlaubt sei. Ja, der Nahverkehr ist in ländlichen Gegenden ja bekanntlich kaum ausreichend.

    die Kirche von Schermbeck-Gahlen scheint recht geräumig und liegt gegenüber unserem Zimmer.

    Kirche in Schermbeck-Gahlen von unserem Zimmerfenster aus – Foto: StH, 2026

    Es ist eine evangelische Kirche mit einem romanischen Turm aus dem 12. Jahrhundert und einem spätgotischen Schiff aus dem 17. Jahrhundert. Bereits am Ende des 8. Jahrhunderts gehörte Gahlen durch eine Schenkung zum Kloster Echternach im Herzogtum Luxemburg.

    Die Gemeinde Schermbeck, zu der auch Gahlen als einer von neun Ortsteilengehört, liegt im Kreis Wesel im Regierungsbezirk Düsseldorf. Es liegt mit seinen gut 13.500 Bewohnenden an der Lippe.

    Erstmals erwähnt wurde Schermbeck als „Scirenbeke“ im Jahr 799, der Ortsteil Gahlen als  „Galnon“um 900.

    Im 13. Jahrhundert profitierte Schermbeck durch seine Lage an einer Handelsroute. Im 15. Jahrhundert wurde Schermbeck kurz hintereinander zweimal zerstört.

    20.9.26 (4. Etappe: Schermbeck-Gahlen-Dülmen): 48 gefahrene km

    Unsere heutige Etappe soll uns nach Dülmen führen, wo wir ein Zimmer im Hotel Wildpferd gebucht haben, nachdem ich erneut das sichere Abstellen unserer „Pferde“ geklärt habe.

    Route des 4. Tages – Screenshot

    Zunächst fahren wir allerdings nach Schermbeck rein und besorgen uns im örtlichen REWE sowie der angeschlossenen Bäckerei unser Frühstück.

    beim Frühstück in Schermbeck (Foto: StH, 2026):

    Dort ziehen wir auch unsere Regenhosen wieder an, da es leicht zu tröpfeln beginnt. Mit einem anderen Gast, der auch gerne radfährt, wechsele ich ein paar Worte und darf im REWE-Markt die Personaltoilette besuchen.

    Auf dem Weg über sanfte Hügel, also immer moderat hoch und runter entlang der Landstraße sehen wir an einer Stelle auch die Montage eines Windrades, bei dem das Triebwerk mit einem hohen Kran wohl noch oben angebracht werden muss.

    Radweg Richtung Dorsten – Foto: StH, 2026

    Weiter geht es an Dorsten vorbei gen Haltern am See

    Hinter Dorsten wird es wieder sehr reizvoll (Foto: StH, 2026).

    Der Weg führt uns auf einem sehr guten Radweg durch das Moor- und Seengebiet vor Haltern. – Foto: StH, 2026

    Foto: StH, 2026

    Am Harvester Bruch machen wir eine Rast. Wir sehen unterwegs Störche, Reiher, Enten und Greifvögel und hören Frösche und natürlich sonstige Vogelstimmen. Da es nicht mehr regnet, entledigen wir uns der Regehosen.

    Erklärtafel zum Harvester Moor – Foto: IFM, 2026

    Bei der Rast kommt ein Mann, der uns auf die Störche ein Stück zurück hinweist, die auch wir gesehen hatten. Er erzählt, er wohne im 5. Stock und sehe die Störche auf sein Fenster zu segeln. Deshalb wolle er das mal erkunden. Als wir weiterfahren, bleibt er auf einer Bank sitzen und scheint die Atmosphäre, wie wir, zu genießen.

    Auch sind an einer moorigen Stelle sehr viele Narzissen, was sehr gut aussieht (Foto: StH, 2026):

    .

    Wir fahren weiter an Seen und anderen Wassern und durch waldiges Gebiet auf guten und breiten Radwegen – Foto: StH, 2026

    In Haltern fahren wir in die Fußgängerzone und machen an einer Konditorei Pause (Foto: StH, 2026):

    Haltern-Fußgängerzone (Foto: StH, 2026):

    Haltern-Fußgängerzone – Foto: StH, 2026

    Nach der Stärkung fahren wir weiter in Richtung Dülmen. Hier führt der Weg erneut durch Felder und gelegentliche waldige Stellen.

    Radweg zwischen Haltern am See gen Dülmen – Foto: IFM, 2026

    Im Nachmittag reiten wir in Dülmen, einer mittleren kreisangehörigen Stadt im Kreis Coesfeld, mit seinen etwa 48.000 Bewohnenden ein.

    Die Stadt Dülmen ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden in NRW und erlangte Bekanntheit durch die „Dülmener Wildpferde“. Kein Wunder, dass auch wir im im Hotel „Wildpferd“ einen geeigneten Stall für unsere insgesamt fünfrädrigen Rösser finden. Wir schieben sie an der Rezeption vorbei durch einen Flur in einen gesonderten Raum.

    Dann verfrachten wir unser Gepäck im recht geräumigen Zimmer und wollen dann noch etwas einkaufen. Im Eingangsbereich sitzt eine Deutschlehrerin, die in Spanien (bei Malaga) lebt und auf „Familienurlaub“ sei. Sie hatte mich mit „hola!“ begrüßt, so dass ich in Spanisch antwortete und sie aber darauf hinweist, dass sie Deutsch spricht, Von ihr erfahre ich auch, dass wir im benachbarten „K&K“ Lebensmittel einkaufen können. Den Laden hatte ich durch das Fenster vom Gang zur Rezeption aus gesehen, kannte diese (hiesige) Kette jedoch nicht.

    Das WLAN tut es leider nicht, obwohl sie es längst bemängelt haben, aber ich kann meinen Handy-Hotspot nutzen.

    Wir planen noch die morgige Etappe, die auf Horstmar und das Hotel Holstenbänd hinausläuft. Dieses Mal erfuhr ich beim Anruf wegen dem Unterstellen der Räder, dass ich auch direkt für einen etwas besseren Preis buchen könne, was ich dann mit Frühstück auch tat

    Wir gehen also einkaufen, essen etwas und begeben und bald zur Ruhe

    21.5.26 (5. Etappe: Dülmen-Horstmar) – 40 gefahrene km

    Von Horstmar hatten wir auch noch nie gehört, aber erfahren im Internet, dass diese im 11, Jahrhundert erstmals erwähnte Stadt ursprünglich aus 13 Burgmannshöfen bestand, von denen heute noch 4 existieren.

    Route der 5. Etappe – Screenshot

    Horstmar ist allerdings das sinnvolle Ergebnis unserer Abendrecherche für den kommenden Tag, da die Entfernung in etwa in unserer Spanne (bis etwa 50 km) liegt, und wir dort eine geeignete Unterkunft buchen können. Ja, derartig flexible Planung bringt uns auch an zuvor völlig ungeahnte Orte, was ja durchaus den Reiz der Tour ausmacht. Also radeln wir neugierig auf unser heutiges Ziel wiederum gegen 09.30 Uhr auf unser heutiges Etappenziel zu.

    Zunächst geht es erneut über sanfte Hügel aus Dülmen heraus gen Norden – zunächst nach Rorup

    Radweg gen Rorup mit einer Baumallee – Foto: StH, 2026:

    Wir sehen Felder und Gehöfte – Foto: StH, 2026:

    und Windräder (Foto: StH, 2026):

    Eine seltsame Antenne fällt uns auf. Vermutlich ist ein Funkmast – oder wird er doch von Aliens benutzt, um uns auszukundschaften, oder doch Peter Thiels Palantir-Software? –

    Foto: StH, 2026:

    Hinter Rorup geht es in Richtung Billerbeck, von wo aus der Weg dann wieder weg von der Landstraße führt.

    Der Weg führt durch Felder bei Billerbeck: – Foto: StH, 2026

    Wir kommen durch Felder und an Baumgruppen vorbei (Foto: StH, 2026):

    Bisweilen sehen wir ein Gehöft – Foto: StH, 2026:

    An einer Kreuzung ist mal wieder Zeit für einen Akkutausch. Wir rasten uns „unterhalten“ uns mit den dortigen Landhorn- und Zottelrindern – Fotos; StH, 2026:

    Ein Hof mir Rindern, in dessen Nähe wir eine Pause machen Foto: StH, 2026

    Es ist friedlich und ruhig, die Vögel singen und bisweilen sehen wir einen Raubvogel – und natürlich Rinder und Pferde

    An einer Wegkreuzung mit einer von Hecken umrahmten Bank machen wir erneut Rast

    Foto: StH, 2026

    Anschließend fahren wir am Gedenkstätte Trapistenkloster vorbei durch die Felder, der Weg mal nach links, mal nach rechts abbiegend.

    Es ist eine ruhige Gegend mit Getreidefeldern und Bäumen oder Waldstücken, die wir genießen, bis wir plötzlich in Horstmar einfahren

    Der Ortseingang nach Horstmar – Foto: StH, 2026

    Horstmar besteht aus zwei Ortsteilen, Horstmar selbst als südlicher Stadtteil und das bis 1969 selbständige Leer nördlich davon. Im Dez. 2024 hatte Horstmar gut 7.500 Bewohnende.

    Durch den Ort fahrend passieren wir auch das Stadtwappen –

    Foto: StH, 2026

    Dann erreichen wir unser Hotel „Holstenbänk“. Wir werden nett begrüßt, das Zimmer ist ordentlich, bequem und sauber im 1. Stock gelegen, den wir allerdings per Aufzug erreichen können.

    Nach einer erholsamen Nacht nehmen wir morgens ein gutes und reichhaltiges Frühstück ein, bepacken unsere Räder und starten zu unserer

    22.5.2026: 6. Etappe (Horstmar-Recke-Steinbeck) – 57 gefahrene km

    Diese Etappe führt uns zunächst nach Steinfurt, der Kreisstadt unseres ehemaligen Wohnsitzes Ibbenbüren. Insgesamt führt uns die Strecke also durch durchaus bekanntes Terrain, wenn auch nicht im Detail, aber wir sehen immer wieder Wegweiser zu uns bekannten Orten in der Region.

    Route der 6. Etappe – Screenshot

    Zunächst an der Landstraße entlang, ein kleines Stück vor Steinfurt müssen wir auch auf der Straße fahren, aber das Stück ist zum Glück nicht zu lang, sondern wir können dann rechts abbiegen um auf einem an der Kreisstraße entlangführenden Radweg nach Steinfurt – Foto: StH, 2026 hineinzurollen.

    Radweg an der Landstraße gen Steinfurth – Foto: StH, 2026

    In Steinfurt verfahren wir uns etwas, aber fahren auch durch den Wochenmarkt. Hinter Steinfurt geht es dann ab auf einen wirklich hervorragenden Radweg, glatt geteert und durch Wald- und Buschgebiete:

    Der hervorragend ausgebaute Radweg von Steinfurth nach Rheine – Foto: IFM 2026

    Kilometerlang geht der Weg immer geradeaus, doch ist das Fahren mit Begleitung der Vogelstimmen sehr angenehm.

    Auf dem Radweg in Richtung Rheine – Foto: StH, 2026

    Dann fahren wir in Rheine ein, das wir von unserer Zeit in Ibbenbüren recht gut kennen, und wo wir vor einigen Jahren das erste e-Bike für meine Partnerin gekauft hatten – an den Fahrradgeschäft kommen wir sogar vorbei, und fahren dann weiter in Richtung Recke.

    In der Ferne sehen wir den Teutoburger Wald, jene Hügelkette, über die man z.B. von Ibbenbüren gen Greven überwinden muss, aber dieses Mal müssen wir sie nicht überqueren (Foto: StH, 2026).

    Im Münsterland gibt es bekanntlich auch recht viele Schweinemastbetriebe (Foto: StH, 2026)

    Dann ist wieder ein Akku leer, und wir rasten zum Akkuwechsel und einer Erfrischung mit Wassern und Keksen (Foto: IFM, 2026.)

    Mittlerweile ist die Boxencrew extrem eingespielt, und stellt vermutlich jeden Tag einen neuen Rekord auf – wobei es uns natürlich nicht um Geschwindigkeit und Überholen durch eine gute Boxenstrategie und den Gewinn von Sekunden gegen die Konkurrenz, die wir einander eh nicht sind, geht!

    Vor Recke geht es wieder über Felder und Waldgebiete sowie bisweilen kleinere Ortschaften

    Foto: StH, 2026

    Dass der Rhododendron in dieser Gegend hervorragend gedeiht, haben wir bereits in den letzten Tagen bewundern können – Foto: StH, 2026

    Schließlich überqueren wir auf einer Brücke den Mittellandkanal

    Foto: StH, 2026

    Auf der anderen Seite dieser Brücke liegt Recke-Steinburg, in dem unsere Unterkunft, dem örtlichen EDEKA angegliederte „Zimmer8“ liegt – in dem wir das Zimmer Nr. 5 reserviert haben.

    Als wir vor der Eingangstür mit unseren bepackten Rädern halten, kommt ein Mann auf uns zu, der zum EDEKA/Unterkunft gehört, uns freundlich begrüßt und uns hilft, unser Gepäck die Treppe hoch in den 1. Stock zu unserem Zimmer zu tragen. Das Zimmer ist gut, und es gibt einen abschließbaren Raum für die Räder.

    Nachdem wir unser Gepäck im Zimmer abgelegt haben, radeln wir noch etwas am Mittellandkanal in Richtung Yachthafen entlang und sehen in dessen Nähe auch eine Schautafel über den Handelsweg von den Niederlanden bis nach Polen und die Marskramer und Kiepenkerle (Foto; StH. 2026).

    Im Ortskern von Steinbeck gibt es mit dem Schwefelbad Steinbeck die einzige im Münsterland anerkannte Heilquelle – gegen rheumatische Erkrankungen, Arthrose und Hautkrankheiten.

    Zurück in der Unterkunft kaufen wir im EDEKA noch etwas ein und beschließen den Tag, nur etwa 10 km von Ibbenbüren entfernt

    23.5.25 (7. Etappe): Recke-Steinbeck – Quakenbrück – 57 gefahrene km

    Heute ist warmes Wetter, so dass wir auch ohne Jacken fahren können.

    Zunächst geht es hinter Recke auf wenig befahrenen Straßen und waldige Gegenden in Richtung Ankum. Die Strecke ist überwiegend flach und durch die beschatteten Wege recht angenehm

    Route der 7. Etappe – Screenshot

    Natürlich gibt es auch Gehöfte, die wie passieren – Foto: StH, 2026

    sowie Windräder, die hier im Norden bekanntlich reichlich produzieren, sofern sie von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche nicht „abgeregelt“ werden, da der Leitungsbau in den deutschen Süd-Osten, wo in und um die Metropole München viel Strom gebraucht wird, dank CSU und Freien Wählern in den letzten Jahren nicht wirklich gut voranschritt. Ist ja auch überaus verständlich, dass man zwar gerne den Strom hätte, jedoch die Leitungen eher „hässlich“ findet – ebenso wie Windräder. Und so möchte man die Leitungen lieber entweder recht teuer unterirdisch verlegen, oder am Besten über Nachbarbundesländer (Hessen, Thüringen und gegebenenfalls Baden-Württemberg führen. Und im Übrigen ist Atomstrom eine total tolle Sache, wenn man auch „leider“ keinen geeigneten Ort für die Atommülllagerung in Bayern finden kann. Aber auch hier können nördliche Bundesländer (Niedersachsen mit Gorleben und der (abgesoffenen) Asse ) doch super aushelfen! – Foto: StH, 2026

    Foto: StH, 2026

    Ankum liegt etwa in der Mitte der heutigen Etappe, und wir machen dort eine Rast, bei der wir etwas essen und trinken.

    Nach der Stärkung fahren wir über den Ankumer Markt weiter gen Loxter nördlich von Ankum weiter. – Foto: StH, 2026

    Wetter und Radweg sind weiterhin recht angenehm, leider nehmen wir bei Merzen eine falsche Route, so dass wir ab dort relativ viele Hügel bewältigen müssen.

    In Merzen selbst fragt mein Begleiterin, ob hier überhaupt Menschen leben, da wir auf den Straßen tatsächlich Niemanden sehen, der nicht in einem Auto sitzt.

    Im frühen Nachmittag bereits in Quakenbrück ein.

    Quakenbrück-Stadttor — Foto: StH, 2026

    Wir beziehen unser wirklich uriges Hotel Hagsphil, das, wie wir erfahren, bereits lange in Familienbesitz ist (Foto: StH, 2026).

    Foto: StH, 2026

    Die Treppe im Rezeptionsbereich ist gut bewacht, wobei mir die Rezeptionistin am kommenden Morgen beim Auschecken erzählt, dass ihre Schwester als Kind mit der Rüstung einmal die Treppe hinuntergefallen ist, und selbst genäht werden musste – Aua!

    Foto: StH, 2026

    Im Hotel finden sich mehrere Gemälde sowie einige Schwarz-Weiß (bzw. bräunliche) Fotos, in unserem Zimmer von Audrey Hepburn.

    Foto: StH, 2026

    Nachdem wir die Räder gut in einem Unterstand im Hof und das Gepäck im Zimmer verstaut haben, machen wir noch eine Rundfahrt durch Quakenbrück.

    Quakenbrück hat etwa 14.000 Bewohnende und liegt als Verwaltungssitz sowie geschichtlicher, wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt der „Samtgemeinde Artland“ im Landkreis Osnabrück am Fluß „Hase“. Erstmals wurde die Stadt 1235 urkundlich erwähnt und war bis etwa 1500 Burgmanns- und bis 1544 Hansestadt. Das Zentrum ist sehenswert, wenn auch sehr übersichtlich.

    Auffällig ist, dass in Quakenbrück viele russischsprechende Menschen leben, und wir kaufen auch in einem russischen Supermarkt einige Lebensmittel ein. Der Grund ist, dass die Stadt ab 1993 ein Zielort für Spätaussiedler (besonders aus Russland mit 1.540 Personen und Kasachstan (mit 710 Personen) war.

    Offenbar ist einer der größten Arbeitgeber das RUF-Lebensmittelwerk und im nahegelegenen Badbergen wurde durch die Investition der Firma Tönjes die Entstehung weiterer Arbeitsplätze in der Fleischverarbeitung geschaffen, was weitere Arbeitskräfte aus Osteuropa anlockte. Tönjes? War da nicht was? Ja, Tönjes ist ein großer Fleischverarbeitungskonzern (Schlachtbetrieb), der vor einigen Jahren mit Vorwürfen zu als unmenschlich angeprangerte Arbeitsbedingungen sowie einen massenhaften Corona-Ausbruch in der Belegschaft konfrontiert war

    Foto: IFM, 2026

    In der Nähe des Marktplatzes gehen wir abends noch etwas essen.

    Marktplatz im Quakenbrück – Foto: StH, 2026

    Haus in Quakenbrück – Foto: StH. 2026

    Und so steht vor dem Finanzamt in Quakenbrück auch eine vielsagende Skulptur (Foto: StH. 2026)

    Statue vor dem Finanzamt in Quakenbrück – Foto: StH, 2026

    Tja – so geht es zwar dank Tankrabatt nicht den „Cruizern“, aber bei reichlichem „Cruizen“ einigen anderen Steuerpflichtigen während die Mineralölkonzerne ihre Taschen sehr gut gefüllt zu haben scheinen?

    Und so bleibt wohl auch nicht mehr viel für manchen Hund, der sich total geknickt vor Herrchen niederlassen muss (Foto: StH, 2026).

    In der Nähe des Marktplatzes gehen wir abends noch etwas essen. Einige Autos „cruizen“ scheinbar durch die Gemeinde, sprich, wie kommen häufiger an unserem im Außenbereich einer Restauration gelegenen Tisch vorbei – aber zum Glück gibt es ja seit dem 1. Mai den Tankrabatt, so dass das „Cruizen“ zumindest zum Teil von der Gemeinschaft der Steuerzahlenden mitfinanziert wird.

    Einige Autos „cruizen“ scheinbar durch die Gemeinde, sprich, wie kommen häufiger an unserem im Außenbereich einer Restauration gelegenen Tisch vorbei – aber zum Glück gibt es ja seit dem 1. Mai den Tankrabatt, so dass das „Cruizen“ zumindest zum Teil von der Gemeinschaft der Steuerzahlenden mitfinanziert wird.

    Tja – so geht es zwar dank Tankrabatt nicht den „Cruizern“, aber bei reichlichem „Cruizen“ einigen anderen Steuerpflichtigen während die Mineralölkonzerne ihre Taschen sehr gut gefüllt zu haben scheinen?

    Die überwiegende Meinung von Wissenschaftlern ist, dass der Tankrabatt weder zielgerichtet noch effizient ist. Im Gegenteil werden jene besonders „belohnt“ (subventioniert), die mit großen und spritfressenden Autos mit hoher Geschwindigkeit möglichst weite Strecken fahren, und derart die meisten Liter „Treibstoff“ umwelt- und finanzkassenschädlich in die Umwelt blasen.

    Es müsse eine schnelle Lösung z.B. für Pendler her, und eine solche gäbe es außer dem Tankrabatt nicht.

    Doch! Die gäbe es: Bereits zu Zeiten der „Ampel“ wurde ein „Klimageld“ gefordert. Dieses könnte als Pro-Kopf-Pauschale ausgezahlt werden, und dann bliebe jede/m die von der FDP stets geforderte „Entscheidungsfreiheit“, diese Pauschale einzusetzen, wie es der jeweiligem Familie vor dem Hintergrund der Familiensituation am Sinnvollsten erscheint. Wer möchte, kann das Geld in „freier Entscheidung“ verrasen (oder auch – wie ich häufig beobachtete – den Motor bei stehendem Fahrzeug (am Straßenrand, vor geschlossenen Bahnschranken oder auch beim Ausladen des Nachwuchses an Kindergarten oder Schule und laufen lassen – vermutlich, weil die technisch herausstechenden deutschen KfZ-Entwickler den Anlasser vergaßen???

    Wem weniger Geld für den täglichen Lebenswandel zur Verfügung stehen, kann die Pauschale natürlich auch für Lebensmittel oder Lernmaterialien für den Nachwuchs einsetzen.

    Verbindet man dies noch damit, dass diese Pauschale (ähnlich wie z.B. Lohnersatzleistungen oder Pflegegeld) im Folgejahr mit dem individuellen Steuersatz als Einkommen zu berücksichtigen ist (ggf. nur „progressionssteigernd“), dann erhält man zusätzlich noch eine Sozialkomponente, da Gut- und Besserverdienende im Folgenjahr über die Besteuerung mehr als Geringverdienende oder gar Menschen unterhalb der Armutsschwelle versteuern und eventuell im Rahmen der Besteuerung an den Steuertopf zurückzahlen. Insofern wäre die Pauschale, ob für Klima, Energie oder Mobilität im Auszahlungsjahr eine Investition, die im Folgejahr teilweise refinanziert wird, wobei bei den Bedürftigsten von der Pauschale am meisten verbleibt und stärkere Schultern entsprechend mehr der „Finanzierungslast“ tragen.

    Solche Modelle gibt es und sie wurden im Rahmen von Sozialtransfers z.B. in Namibia auch erfolgreich praktiziert.

    Allerdings scheint in Deutschland automatisch das Gegenargument, es schade dem Mittelstand und das „Kapital“ würde dann aus Deutschland abwandern und somit würden Arbeitsplätze vernichtet. NEIN! Nicht das Unternehmensvermögen. sondern das Individuum erhält den Zuschuss als Pauschale und muss diese dann im Folgejahr INDIVIDUELL versteuern.

    Wie gesagt: die „freie Entscheidung freier Bürger“, statt besonders umweltschädliches Verhalten von „Besserverdienenden“ zu belohnen! Aber ist das in einem Land überhaupt denkbar, in dem selbst das (fast weltweite) bundesdeutsche „Alleinstellungsmerkmal“ des fehlenden „Tempolimits völlig undenkbar zu sein scheint. Und nicht nur die FDP während der Ampel. sondern nun auch die Union trägt die „Technologieoffenheit“ wie eine Monstranz vor sich her und stellt damit Dinge wie Klimaschutz und CO2-Vermeidung in den Hintergrund.

    Natürlich hängen an der deutschen Autoindustrie und ihre Zulieferverträgen sehr viele Arbeitsplätze – und somit auch Familienexistenzen. Doch scheint es mir sinnlos, einen nötigen Strukturwandel hinauszuschieben. Auch an der bayrischen Landwirtschaft in den 1950er Jahren und in der Kohle- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet bis in die 1990erJahren hingen viele Arbeitsplätze, und besonders im Ruhrgebiet sind ganz sicher noch nicht alle Folgen des durchgeführten Strukturwandels bewältigt, aber hätte es ernsthaft eine sinnvolle Alternative zu jenen Strukturwandeln gegeben. Aufschieben löst die Probleme nicht, sondern verschiebt sie eben nur, und verschärft sie im Laufe der Zeit, wie wir derzeit u.a. an jährlich steigendem Durchschnittstemperaturen gerade und besonders in Europa sehen können. Bereits Mitte Juni 2026 erleiden wir Lufttemperaturen von bis zu 39 Grad Celsius. wie es diese hin und wieder auch früher gab, allerdings höchstens im sogenannten „Hochsommer“, also Juli und August.

    Natürlich ist es einfacher, all das zu leugnen und die „gute alte Zeit“ wieder herbei zu sehnen, sowie jene zu wählen, die uns diese „goldenen Zeiten“ komplett ohne eigenes Anstrengung versprechen. Aber ist dieses kindliche Gehabe eines: „Ich mache die Augen zu und sehe Dich nicht – also kannst Du mich auch nicht sehen!“ irgendwie zielführend oder sinnvoll?

    Und so bleibt wohl auch nicht mehr viel für manchen Hund, der sich total geknickt vor Herrchen niederlassen muss. Und in der sommerlichen Hitze hockt er durstig und verstört zu Füßen seines Herrn. Und ohne ausreichendes Wasser hechelt er sich zur Temperaturegulierung die Zunge aus dem Leib und verbleibt kraft- und saftlos zunehmend erschöpft – hoffentlich zumindest im Schatten, wo es den in den Betonwüsten vieler Städte noch gibt.

    Das wirklich schöne und gut geführte Hotel ist nicht ganz billig, aber lohnt unserer Meinung nach mit guten Zimmern und reichhaltigem Frühstück den Preis. Für Gehbehinderte ist lediglich zu bedenken, dass es keinen Aufzug gibt und die Zimmern nur über Treppen zu erreichen sind.

    Es gibt noch mehr zu berichten, aber das zu einem späteren Zeitpunkt. Also bleiben Sie dran – oder kommen Sie gerne auch wieder …

    24.5.25 (8. Etappe): Quakenbrück- Cloppenburg – 31 gefahrene km

    Route der 8 Etappe – Screenshot

    Heute fällt die bislang kürzeste Etappe mit lediglich 22 Entfernungs-km an, Nach Ankunft in Cloppenburg fahren wir dort allerdings noch etwas rum. Unsere heutige Tagesetappe ist mit ihren knapp 50.000 Bewohnenden eine Stadt im Oldenburger Münsterland und besteht aus der Kernstadt sowie acht Ortsteilen, in denen Ackerbau und Viehzucht überwiegen. Hydrologisch gehört die Stadt zum Flussgebiet der Ems, in dem heute Moore und andere Feuchtgebiete, die ursprünglich die Landschaft geprägt haben, nur noch in eingeschränktem Umfang erhalten sind, da die Landschaft seit dem 18. und 19. Jahrhundert durch Entwässerung und Kultivierung verändert wurde – tja, heutzutage wird als Klimaschutzmaßnahme die Wiederbefeuchtung von Mooren diskutiert, doch widerspräche das häufig den Interessen von Landwirten. Es scheint, dass wir einen „Hitze-„Tod wohl sterben müssen, und dabei stets unterschiedliche Interessen einander gegenüberstehen. Gerade wurde im ARD-Brennpunkt über „zu viel Versiegelung von Böden“ berichtet (s. auch oben), doch widerspricht die Entsiegelung eben auch den Interessen von vielen Eigenheimbesitzenden und insbesondere von Autofahrenden, die über zu wenig Straßen und Parkplätze klagen 🙁 Die einfachen Lösungen gibt es halt nicht, auch wenn gewisse Menschen und Parteien diese mit schierem Leugnen eines Klimawandels oder anderen scheinbar „guten Lösungen ohne Verhaltenslösung) zu bieten versprechen. Und pure Ignoranz ist für viele auch Realität und geübte Praxis. Heute sah ich erneut einen Porsche-SUV-Fahrer, der bei laufendem Verbrennermotor genüsslich seine Fritten verspeiste. Wie bereits erwähnt, kann man von einem Auto, das wohl um die 50.000 € kostet, kaum erwarten, dass die Konstrukteure auch an den Einbau eines Anlassers gedacht haben. Dieser liebenswerte Herr ignorierte meine Zeichen und Kommunikationsangebote vollständig bei geschlossenem Fenster und ohne Zeichen irgendeiner Wahrnehmung meiner Person, sondern mümmelte friedlich weiter seine Fritten gut, dass wir alle (Steuerzahlenden) ihn mit 17 Cent/Liter Sprit subventionieren, sonst könnte „der Arme“ am Ende sich sein soziales Verhalten gar nicht leisten?

    Klischee? Feinbild? Nein: leider massenhaft beobachtetes Verhalten im Autoland Deutschland. Einer meiner Sprüche in solchen Situationen ist, dass das Einschalten des Hirns und gleichzeitige Abschalten des Motors „fast überhaut nicht wehttut!“ – vgl. auch: https://sanchotrotztgegenwind.de/2026/06/autofahren-ok-aber-bitte-mit-hirn

    bei angenehmem Wetter radeln wir aus Quakenbrück raus

    zunächst nach Hasenkamp

    Der Radweg kurz hinter Quakenbrück – Foto: StH, 2026

    Zunächst kommen wir an Hasenkamp vorbei

    Haus in Hasenkamp – Foto: StH, 2026

    Der Radweg bleibt recht gut und lässt sich im Halbschatten gut befahren.

    Radweg bei Hasenkamp – Foto: StH, 2026

    Hinter Hasenkamp überqueren wir die Lager

    Der Radweg über die Lager Hase – Foto: StH, 2026

    Die „Lager Hase“ – ein 12,2 km langer Fluss, der an der Grenze der Stadt Dinklage und der Gemeinde Essen (Oldenburg) aus dem Zusammenfluss des Dinklager Mühlenbachs und der Aue entsteht und sich 2 km westlich vom Ortskern Essens mit dem Essener Kanal zur Großen Hase vereinigt – Foto: StH, 2026

    Weiter geht es durch Felder gen Bevern –

    Landschaft zwischen Lager Hase und Bevern – Foto: StH, 2025

    Auch hier ist der Radweg ruhig und angenehm zu befahren

    in Bevern – Foto: StH, 2026

    Auch hinter Bevern bleibt der Radweg weiterhin gut zu befahren und führt durch schattenspendende Baumgruppen

    Radweg hinter Bevern – Foto: StH, 2026

    Bereits mittags am Zielort (Schäfers Hotel) ankommen, und zunächst in der Eisdiele am Beginn der Fußgängerzone, die gegenüber der gebuchten Unterkunft liegt, zunächst einen Drink nehmen. Unser Zimmer ist ohnehin noch nicht bezugsbereit, doch können wir nach einem Anruf bei der die Unterkunft Verwalterenden uns in den Hof von Schäfers Hotel, zu dem auch ein Bistro gehört setzen. In diesem Hof können wir auch unsere Räder sicher abstellen, da das Bistro mit den Außensitzplätzen in diesem Hof über Pfingsten geschlossen ist.

    In Schäfers Hof können wir bequem und im Schatten warten, bis unser Zimmer bezugsfähig ist – Foto: StH, 2026

    In diesen Hof setzen wir also uns warten noch etwa 30 Minuten, bis wir unser Zimmer beziehen können. Das Zimmer ist gut, nur erneut nur über Treppen, also ohne Aufzug zu erreichen.

    Auch die Räder können wir in diesem Hof abstellen

    mein Dreirad in Schäfers Hof – Foto: StH, 2026

    Nach dem Abstellen des Gepäcks nehmen wir die Räder und erkunden ein wenig die Stadt. Wir fahren zunächst durch die Fußgängerzone

    In Cloppenburg gibt es auch ein Freilichtmuseum, das wir uns jedoch sparen. Stattdessen fahren wir in den dahinterliegenden Park, in dem sich auch ein Teich befindet

    Brücke zum Teich in Cloppenburg – Foto: StH, 2026

    Später möchten wir noch etwas Kuchen in eine, Café zu uns nehmen, finden jedoch an Pfingsten kein geöffnetes, sondern lediglich zwei geöffnete Eiscafés. Also kaufen wir in jenem gegenüber unserer Unterkunft zwei Becher Eis und nehmen diese im Schäfers Hof zu uns.

    Auch in Cloppenburg gibt es einen hohen Anteil russisch-stämmiger Aussiedler – laut Internet stammen von den etwa 37.000 Bewohnenden Cloppenburgs jeder Fünfte aus Russland, in einem Dorf in der Nähe sogar jeder Zweite.

    25.5.2026 – 9. Etappe: Cloppenburg-Oldenburg – 44 Entfernungs-km

    Auch heute sind uns schönes Wetter und eine gute Strecke vergönnt.

    unser einfaches, jedoch gesundes, nahrhaftes und leckeres Frühstück – Foto: StH, 2026

    Nach dem selbst bereiteten Frühstück im Hof von Schäfers Hotel/Bistro bepacken wir unsere Drahtesel und machen uns auf den Weg, zunächst vorbei am Freilichtmuseum und aus der Stadt hinaus.

    Radweg nach Bethen (aus Quakenbrück heraus) – Foto: StH, 2026

    Wie üblich sind wir früh unterwegs und machen am Wendepunkt eine Rast

    Haltestelle „Wendeplatz – Foto: StH, 2026

    Der Beweis, dass es auch hier Busse gibt, allerdings, wie der Fahrplan verrät, allerdings ist die Zahl der angebotenen Fahrten relativ „übersichtlich:. Immerhin morgens, mittags i und i Nachmittag, offenbar zum Kindergarten und zur Grundschule – Foto: StH, 2026

    Es fragt sich, wie man wirklich den klimafreundlichen, um nicht zu sagen „erforderlichen Umstieg auch im ländlichen Raum vom Individualverkehr zum (nachhaltigeren) öffentlichen Nahverkehr hinbekommt. Natürlich setzt das voraus, dass ein solcher Umstieg sowohl von Regierungs- und staatlicher (Angebot) als auch von Verbraucher-/Bürger Seite (Nachfrage) wirklich gewollt ist.

    • Ja, der Individualverkehr ist (zumindest vordergründig) „bequemer“ – das Auto steht stets zum Losfahren bereit vor der Tür und bringt mich bis zu der Tür, die mein Ziel ist
    • Die Bahn mit ihrer jahrzehntelang vernachlässigten Infrastruktur tut derzeit offenbar alles, um von ihrer Nutzung abzuschrecken. Jüngstes Beispiel ist der etwa zweistündige und (Software?)-pannenbedingte Ausfall aller Züge in Deutschland in der Nacht 23./24.6.2026, bei dem eine erhebliche Zahl von Reisenden irgendwo gestrandet war. Aber wer von den Autofahrenden stand noch nicht in sengender Sommerhitze im kilometer- und stundenlangen Stau – oder als Berufspendler auch zweimal täglich bei der Hin- und Rückreise zur bzw. von der Arbeitsstelle? Und ist (bzw. war) nicht auch die Straßen-Infrastruktur nach ebenfalls jahrzehntelanger Vernachlässigung ebenso marode – als Beispiele mögen nur die Rheinbrücke bei Leverkusen, die Carolabrücke in Dresden, die Brücken der A45 im Sauerland oder zuletzt die Nord-Brücke (Friedrich-Ebert-Brücke ) in Bonn.
    • Wenn man „milchmädchenartig rechnet und argumentiert, ist das Autonutzung doch viel billiger als die Bahnnutzung: „Die Ticketpreise kann sich doch Niemand leisten!“. Allerdings erschöpfen sich auch die individuellen Autokosten nicht im Preis des Treibstoffs, sondern sollten KfZ-Steuer und Versicherung, TÜV- und Reparaturkosten, Ersatzteile und auch Parkkosten einbeziehen. Die gesellschaftlichen Folgekosten durch etwa Luftverschmutzung, Lärmbelästigung, Gebäudeschäden und Klimaschäden wie auch im Juni 2026 erneut zu fühlende Hitzebeschwerden wären bei den Individualkosten noch gar nicht berücksichtigt, aber die sind auch bei dieser individuellen Entscheidung ja >“zum Glück“ kollektiv zu tragen!
      Fazit: Man kann all das leugnen und wie Vogel Strauß auch die kommenden 590 Jahre noch den Klimawandel negieren und den nächste Schritt in den („bequemen“???) Abgrund machen – und ohnehin: nach der derzeit lebenden Generation die „Sintflut“ -> es lebt sich schließlich recht gut und bequem als „tatsächlich letzten Generation“ mit halbwegs erträglichen und lebenswerten Lebensumständen! Aber wollen oder können wir uns derartige Ignoranz tatsächlich weiter erlauben? Oder nehmen wir unsere Verantwortung (auch individuell!) endlich wahr. „Wir haben es doch nicht gewusst“?: – die Ausrede ist wohl längst nicht mehr glaubwürdig. Wohl eher: „Wir sind bequem und agieren hirnlos“.
    • Also: Wäre es nicht Zeit, an innovativen Verkehrssystemen zu arbeiten? Die gibt es doch bereits an einigen Orten. Das Deutschlandticket ist sicher ein Anfang, allerdings laufen Angebot vor allem im ländlichen Bereich und Infrastruktur meistenorts hinterher. Aber gibt es nicht auch örtlich bemerkenswerte- und sinnvolle lokale Ansätze? Wäre es nicht möglich und sinnvoll, etwa (kleine) E-Autos mit z.B. Studierenden oder Bürgergeldemfangenden als „lokale Taxis auf Abruf anzubieten, damit z.B. alten Menschen oder solche ohne eigenes Auto für vielleicht eine sozialverträgliche Nutzungsgebühr gesellschaftliche Teilhabe (zum Einkauf, gesundheitsbedingten oder auch kulturellen und sozialen Reisen)ermöglicht wird, ohne, dass sie – ich weiß, diese Aussage erzeugt ebenfalls einen Aufschrei! – teilweise ihre Mitmenschen gefährdend ihr eigenes Auto nutzen müssen? –

    Aber all das passt wohl nicht zum Autoland Deutschland , wo weder eine Fahrprobe für ältere Mitmenschen noch ein Tempolimit überhaupt denkbar ist!

    Immerhin gibt es einen überdachten Fahrradständer Foto: StH, 2026

    Der Gedanke von Gemeinschaft scheint in dieser Gegend jedoch sehr wohl in Form des „Bürgermoors“ traditionell erprobt und breit geübt:

    Erklärtafel zum „Bürgermoor“ an der Haltestelle „Wendeplatz“ – Foto: StH, 2026

    Der Gedanke von Gemeinschaft scheint in dieser Gegend jedoch sehr wohl traditionell erprobt und breit geübt: Das Bürgermoor war (laut Erläuterungstafel) ein „von der Landwirtschaft geprägter Landstrich, der mit starkem Willen, großer Geduld und noch mehr körperlichem Einsatz der Siedler sind aus einer Einöde Flächen geschaffen worden, der seine Besitzer ernährte. (…) >Das übrige Bürgermoor war in a. 140 kleine Parzellen aufgeteilt, die zum größten Teil im Besitz von Cloppenburger Bürgrerfamilien waren. Sie nutzten das Gebiet zur Torfgrewinnung, um mit diesem Brennmaterial ihre Häuser und Eohnungen zu heizen. Um 1910nkaufte der Landeskulturfond sogenannte“Placken“ zu 2 h Größe“ (…) „So entstanden hier 11 landwirtschaftliche Betriebe.

    Auch „Freilandeier“ werden hier angeboten:

    freilebende Hühner am „Wendeplatz“ – Foto: StH, 2026

    Der Gedanke von Gemeinschaft scheint in dieser Gegend jedoch sehr wohl traditionell erprobt und breit geübt: Das Bürgermoor war (laut Erläuterungstafel) ein „von der Landwirtschaft geprägter Landstrich, der mit starkem Willen, großer Geduld und noch mehr körperlichem Einsatz der Siedler sind aus einer Einöde Flächen geschaffen worden, der seine Besitzer ernährte. (…) >Das übrige Bürgermoor war in a. 140 kleine Parzellen aufgeteilt, die zum größten Teil im Besitz von Cloppenburger Bürgerfamilien waren. Sie nutzten das Gebiet zur Torfgewinnung, um mit diesem Brennmaterial ihre Häuser und Wohnungen zu heizen. Um 1910 kaufte der Landeskulturfond sogenannte „Placken“ zu 2 h Größe“ (…) „So entstanden hier 11 landwirtschaftliche Betriebe.

    Nach einer Pause fahren wir weiter gen Bevenbruch

    Klatschmondfeld vor Bevenbruch – Foto: StH, 2026

    Wir fahren weiter und durch „Littel“, einem Ortsteil der Gemeinde Wardenburg, südlich von Oldenburg. Der ältesten Hinweise auf die Existenz dieser Bauernschaft stammen aus dem 14. Jahrhundert: in einer Urkunde von 1350 wird der Verkauf eines Zehnt-Anteils an einem Hof „Littlo“ an die Wardenburger Kirche festgehalten.

    Ortseinfahrt von Littel – Foto: StH, 2026

    Wir finden den Namen etwas lustig – beim Einfahren in den Ort sehen wir zunächst nur ein Gehöft links und eines rechts, so dass der Name durchaus zutreffend erscheint, doch sehen wir anschließend noch weitere Häuser – der Ortsteil hat gut 450 Einwohner.

    Eigentlich würden wir gerne eine zweite Frühstückspause (mit Kaffee) machen, doch finden wir vor Wardenburg am heutigen Pfingstmontag keine geöffnete Bäckerei.

    in Wardenburg endlich eine geöffnete Bäckerei – wir sind keineswegs die Einzigen, die diese Möglichkeit nutzen – Foto: StH, 2026

    Wir kommen bereits gegen 14.00 Uhr in Oldenburg an, so dass wir in der Unterkunft noch nicht einchecken können – das geht im Hotel Antares erst ab 15.00 Uhr. Also fahren wir mit den Rädern zunächst in Oldenburgs Fußgängerzone und dann auch in den Schloßpark.

    Zunächst reist der Fersengurt meiner Hake-Pedale am linken Fuß, was wir mithilfe von Gaffaband „flicken“.

    Im OIdenburger Schlosspark fiel dann plötzlich das Rad meiner Partnerin, und wir stellen fest, dass der Seitenständer abgebrochen ist. Das ist ziemlich unpraktisch und wir müssen den Ständer am kommenden Tag möglichst vor der Weiterfahrt ersetzen lassen.

    im Schlosspark befindet sich ein Teich – von diesem Rhododendrengeschmückten Ufer sieht man auch die Oldenburger Kirche – Foto: StH, 2026

    Im Hotel frage ich also beim Einchecken nach einer Fahrradwerkstatt in der Nähe, und der hilfsbereite Rezeptionist sucht uns zwei in der nahegelegenen Fußgängerzone. Wie wir abends bei eigener Recherche feststellen, öffnen diese aber eh erst relativ spät, und ohnehin erscheint zweifelhaft, ob wir dort zeitnahe Hilfe finden können. Meine Partnerin findet im Netz eine kleine Fahrradwerkstatt in etwa 3,5 km vom Hotel, von dem es allerdings in dem Bewertungen heißt, dort werde fachkundig und schnell geholfen. Also entscheiden wir, am folgenden Tag nach einem frühen Frühstück möglich bei Öffnung der Werkstatt bereits dort zu sein.

    Die Schaltung meines Dreirades knarrt auch, und so möchte ich zumindest fragen, ob diese sowie die Feststellbremse ebenfalls eingestellt werden könnte.

    Oldenburgs Geschichte begann nach den Ergebnissen ärchäologischer Ausgrabungen im 7. oder 8. Jahrhundert. Heute ist die Stadt mit ihren gut 175.000 Bewohnenden eine kreisfreie Großstadt in Niedersachsen. Die heutige Universitätsstadt ist nach Hannover und Braunschweig die drittgrößte Stadt Niedersachsens, und war ehemals Residenzstadt und Hauptstadt der Grafschaft, des Herzogtums, des Großherzogtums, des Freistaates und des Landes Oldenburg.

    Dann verstauen wir unser Gepäck im Zimmer und fahren nochmals in die nahegelegene Stadt, deren Zentrum recht schön ist.

    In der Oldenburger Fußgängerzone – Foto: StH, 2026

    Auch das Schloss und den Marktplatz mit Rathaus betrachten wir noch:

    Anschließend essen wir noch beim Asiaten und ruhen uns dann im Hotel aus. Das Zimmer ist gut, jedoch an einer recht lauten Straße gelegen – dennoch schlafen wir gut und erholsam.

    26.5.25 (10. Etappe): Oldenburg-Brake-Bremerhaven): 80 gefahrene km

    Nach dem frühen Erwachen nehmen wir auch recht früh unser Frühstück im Hotel Antes ein, packen dann und sind bereits gegen 8.45 Uhr die knapp 3,5 km zu Fahrrad Hinrichs gefahren. Wir wussten ja, dass er erst um 9.00 Uhr öffnet, wollten jedoch die ersten dort sein, da wir heute noch eine lange Etappe bis Bremerhaven vor uns hatten.

    Die Eingangstür der Fahrradwerkstatt Hinrichs in Oldenburg – Foto: StH, 2026

    Wir stehen also mit dem „Corpus Delicti“ in der Einfahrt vor der Tür und warten

    Am Hinterrad unter dem Ritzel erkennt man den Stumpf des Seitenständers – Foto: StH, 2026

    Es ist ein warmer Tag und einige Minuten nach uns kommt ein weiterer Kunde, der aber dann auch nach uns dran wäre. Herr Hinrichs kommt dann an sein Hoftor und fragt mich, was wir bräuchten, damit wir nicht vergebens auf ihn warten würden. Ich erzähle ihm vom Seitenständer – kein Problem, und von meinem Wunsch, an meinem Dreirad die mechanische Schaltung und die Feststellbremse eingestellt zu bekommen. Zunächst meint er angesichts meines Combo-E-Trikes von Pfautec, dafür sei er nicht ausgebildet, aber da es um traditionell-mechanische Wartung geht, lässt er uns beide rein, und montiert zunächst einen neuen Seitenständer am Rad meiner Partnerin und stellt dann Schaltung und Feststellbremse meines Gefährts ein. Dabei unterhalten wir und nett über seine Katze und Radfahren. Er scheint einer dieser Überzeugungstäter zu sein, und bestätigt unsere Vermutung, dass wir bei größeren und zentraler gelegenen Fahrradwerkstätten wohl ohne Termin kaum bedient worden seien. Seine Reparatur hingegen beginnt er sofort mit Sachverstand und Geschick und berechnet uns wirklich einen Preis, den uns sein Service wirklich wert ist. Die positiven Bewertungen über ihn im Netz können wir nur voll und ganz bestätigen.

    Tipp: Im Bedarfsfall lieber vorab im Netz nach gut bewerteten und kleineren Werkstätten suchen und ggf. eine etwas längere Strecke in Kauf nehmen, als zur erst-besten Werkstatt zu fahren.

    Wir sind Herrn Hinrichs wirklich dankbar und können bereits vor 10 Uhr unsere heutige Etappe in Angriff nehmen. Meine Schaltung hat er auch gut eingestellt, wie ich daran merke, dass sie beim Fahren viel weniger hakt.

    Zunächst fahren wir aus Oldenburg hinaus

    Landschaft hinter Oldenburg – Foto: StH, 2026

    und durch Bethel, einem Ortsteil von Oldenburg

    Radeweg hinter Bethel – Foto: StH, 2026

    Irgendwann verwirrt uns die APP wieder und wir bleiben stehen, um es uns visuell genau anzuschauen. Schließlich fahren wir auf einem recht guten und an einer Landstraße entlangführenden Radweg – die APP wollte uns wenige Meter vor dieser Straßenkreuzung auf einen Feldweg führen, der uns allerdings bezüglich seiner Fortführung nach einigen hundert Metern nicht sehr vertrauenswürdig erschien. An einer weiteren Kreuzung nahe einer Tankstelle hie uns die APP links abbiegen und dann nach einigen hundert Metern auf einer in der Mitte erhöhten und somit mit Rädern an den abfallenden Straßenrändern nicht sehr komfortabel zu beradelten Straße, die zum Glück nur mäßig von Autod befahren wurde, rechts abbiegen. Ein Bauer mit Trekker sah uns verwundert an, doch konnten wir ihn und seinen Treker passieren unf fuhren weiter, bis wir an eine gesperrte Stelle (Umleitung) gelangten. Dort bogen wir links in einen recht schönen Weg ein, der aber immer weniger ein Radweg zu sein schien. Shließlich sprang ein junger Hund (Wind- oder Jagdhund?) auf und zu, wedelte mit dem Schwanz und beschnüffelte und abwechselnde mit großem Interesse, bis er von einem Mann mit zwei weiteren Hunden zurückgerufen wurde. Dieser auskunftsfreudige Mann teilte uns mit, dass es weiter geradeaus einen malerischen Weg gebe (er betonte die 2. Silbe), der aber auch herausfordernd sei.

    Also entschlossen wir und zur Umkehr und folgten weiter dem Radweg an der Landstraße. Der Radweg endete, als wir eine Brücke überqueren mussten und auch auf unserem weiteren Weg zur Weserfähre in Brake mussten wir hin und wieder unsere APP visuell befragen.

    Schließlich gelangten wir zum Weserdeich, auf dem viele Schafe weidetem

    • Schafe auf dem Weserdeich – Foto: StH, 2026
    • Am Deich entlangradelnd erreichten wir schließlich die Fähre bei Brake

    auf der Weserfähre bei Brake – Foto: StH, 2026

    Die Weser bei Brake Foto: StH, 2026

    Auf der anderen Weserseite radelten wir entlang des Deiches. Eigentlich hätte wir gerne eine Pause mit Stärkung gemacht, und unser mitgeführtes Wasser war auch bereits getrunken, doch gab es nur einzelne Häuser oder Gehöfte und keine Restauration. Erst in Dedendorf sahen wir einen Hinweis auf eine Bude mit Getränken und etwas zu Essen, die wir allerdings zunächst nicht fanden, bis wir einen vorbeiradelnden Jungen (scheinbar einheimisch) fragten. Er wies uns den Weg über den Deich zum Ufer der Weser, und tatsächlich gab es dort zwei Anhänger (einer mit Fischbrötchen, Bier und Ähnlichem, der andere mit Quiche, Softdrinks und etwas Kuchen. Wir entschieden uns für die Quiche-Bude und kauften uns etwas zu Essen und zu Trinken. Auch eine Toilette gab es in der Nähe, in der wir auch unsere Wasserflaschen auffüllten. Da am Becken kein gegenteiliger Hinweis war, gingen wir davon aus, dass es sich um Trinkwasser handelte – und tatsächlich hatten wir anschließend auch keine Beschwerden.

    Danach fuhren wir weiter, zunächst durch die paar Häuser von Dedendorf durch noch auf etwas wie einem Radweg, der aber schnell immer schlechter wurde und sich dann ganz verlor. also mussten wir ein Stück auf einer Landstraße fahren, deren Straßenrand leider ziemlich schlecht befahrbar war. Nach vielleicht 3-4 km sahen wir links von der Straße einen guten Radweg, zu dem wir hinüberwechselten vermutlich kam der auf der anderen Seite des Deiches von den Büdchen (?) –

    Wir folgten diesem sehr guten Radweg weiter gen Bremerhaven und überquerten kurz vor 16.00 Uhr einen Kanal

    Die Weser kurz vor Bremerhaven – Foto: StH, 2026

    Nun fuhren wir nach Bremerhaven durch die Hafengegend hinein auf dem Weg zu unserer gebuchten Unterkunft („Brunnen“ – dazu gleich mehr …)

    Auf dem Weg mussten wir noch einen Boxenstopp einlegen – gut, dass wir beide zwei Akkus dabei haben!

    Schließlich kamen wir am „Brunnen“ an – die Gegend erschien nicht gerade vertrauenssteigernd, und in der Unterkunft standen im Treppenaufgang ein paar Fahrräder. Das Rad meiner Begleiterin stellten wir eine Halbtreppe hoch vor eine Tür auf einen kleinen Absatz, auf dem bereits ein anderes Rad stand. Mit und für mein gut 55 kg schweres Dreirad gab es absolut keinen Platz!

    Wir luden ab, und während meine Partnerin mit Rädern und Gepäck am Eingang wartete, stiefelte ich die zwei Etagen hoch zu unserer Zimmernummer. Als ich wieder die Treppe hinabging, sprach mich eine Frau an, dass unser Gepäck so aber nicht liegenbleiben könne. Ich versicherte ihr, wir würden es ins Zimmer bringen, doch betonte sie auch, dass das Rad meiner Partnerin dort unmöglich stehen bleiben könne.

    Beide Räder über Nacht auf der Straße zu lassen, hielten wir beide für überhaupt keine gute Idee, wenn wir sie am folgenden Tag überhaupt noch und in unversehrtem Zustand vorfinden wollten, um unsere Reise fortsetzen zu können.

    Auch traf ich zwei Handwerker, die seit einer Woche dort Zimmer hatten und alles andere als abgetan waren.

    Also besprach ich mich kurz mit meiner Partnerin und suchte dann online eine Alternativ-Unterkunft. Nachdem ich mich telefonisch versichert hatte, dass es dort sichere Unterstellmöglichkeiten für unsere Räder gäbe führte ich die Buchung durch und ließ unsere zuerst gebuchte Bleibe, die (natürlich!) nicht stornierbar war, verfallen. Die Handwerker halfen uns noch mit dem Rad meiner Partnerin und dann radelten wir die nächste Straße links vielleicht 600 Meter runter bis zu unserer anderen Unterkunft Von dort rief ich die die Wohnung betreuende Frau an , die etwas unwillig, aber dann doch kam, um uns eine (etwas verranzte, aber für eine Nacht akzeptable Wohnung (im Erdgeschoss) und Stellplätze für unsere Räder in einem abschließbaren Schuppen zuzuweisen.

    Wir verstauten unser Gepäck in der Wohnung und fuhren mit dem Bus noch zu einem Netto, um Essen und (nach diesem sehr ereignisreichen) Tag eine Flasche Wein zu kaufen.

    Die Gegend ist wirklich nicht toll, wie man auch an diesem Foto sieht:

    Die Tür war offenbar mal aufgebrochen worden, und auch die Wohnung war wirklich nicht toll! Aber wenigstens standen die Räder sicher und für eine Nacht ging es – Foto: StH, 2026

    Derart hatten wir 59 € für den Brunnen verschenkt, doch waren uns unsere unversehrten Räder eindeutig mehr wert, und wir konnten unsere Akkus und Handys aufladen und eine Mütze Schlaf nach unserer bislang längsten und recht ereignisreichen Etappe nehmen.

    Screenshot der 10. Etappe

    27.5.25 (11. Etappe): Bremerhaven-Hemmoor): 58 gefahrene km

    Wie üblich werden wir früh wach, frühstücken in der zum Appartement (Rickmersstr. 61), gehörigen Küche und packen unsere Sachen.

    Gut an der Unterkunft war, dass wir die Räder sicher abstellen konnten. Auch erhielten wir für die eine Nacht ein 2-Zimmer-Appartement mit Bad und Küche im Erdgeschoss für 53,10 €. Ok, die Bettwäsche empfand ich als klamm, die Wohnung nicht supersauber und im Schlafzimmer war eine Ameisenstr, aber im Preis-Leistungs-Verhältnis war es für eine Nacht ok. Wir hatten schon besser übernachtet und auch bereits schlechter, doch hatten wir die Nacht gut überstanden und fanden die Räder sicher und unversehrt wieder vor, was am „Brunnen“ sicher nicht garantiert gewesen wäre.

    Bremerhaven ist mit knapp 120.000 Bewohnenden eine Großstadt am Westrand des Elbe-Weser-Dreiecks und gehört als Exklave zur Land „Freie Hansestadt Bremen“. Sie möchte mit verschiedenen Projekten „Smart City“ werden.

    Der Hafen steckt ja bereits im Namen und deren Geschichte beginnt 1830 mit dem alten Hafen. Laut Wikipedia ist sie mittlerweile nicht nur Hafen-, Handels- und Industriestadt, sondern durch den regionalen Strukturwandel auch Dienstleistungs- und mit der Hochschule auch Wissensstadt mit Tourismus

    Die Tourismusseite der Stadt nennt als Highlights mehrere Museen, das Klimahaus Bremerhaven, dem Zoo am Meer mit Eisbären und Pinguinen und das Deutsche Auswandererhaus, das ein preisgekröntes Erlebnismuseum ist, und das auch im DLF -Podcast „Amerika verstehen“ in einer Folge erwähnt wurde – dort wird die Geschichte der Auswanderung von 7,2 Millionen Auswandernden zwischen 1830 und 1974 nach Übersee auf knapp 3.500 m² ebenso wie seit 2012 rund 330 Jahre Einwanderungsgeschichte nach Deutschland präsentiert.

    Das Auswanderhaus wäre vermutlich einen Besuch wert gewesen, doch ist das Bestreben von uns „Banausen“ lediglich die Durchreise, und nach Kennenlernen „eines besonderes Charmes“ in der Umgebung unserer beiden Unterkünfte die Weiterreise unserem nächsten Etappenziel in Hemmoor entgegen (zu dieser Stadt später, auch sie fanden wir durch unsere Teamsuche, bei der meine Partnerin zunächst eine für uns machbare Tagesetappe von etwa 50 km in Richtung unseres Zieles Glücksburg suchte, und ich dann eine Unterkunft in einem vernünftigen Preissegment und mit sicherer Unterstellmöglichkeit für unsere uns teuren Fahrzeuge, die gleichzeitig Gepäckwagen und Sportgeräte darstellen. Ohne eine derartige Suche hätten wir vermutlich ebenso wenig jemals von Hemmoor wie z.B. von Schermbeck-Gahlen oder Horstmar erfahren, so dass diese Art der Reiseplanung einen besonderen Reiz darstellt und immer wieder für Überraschungen gut ist.

    Nun aber zunächst zur heutigen Tagesetappe:

    Screenshot der 11. Etappe von Bremerhaven nach Hemmoor

    Von den Möglichkeiten, die uns von Google Maps für die Radreise zwischen den beidem Orten der heutigen Etappe entscheiden wir uns für die mittlere, die einiges kürzer ist als die nördliche Route. Von unserer Unterkunft finden wir zunächst gut aus Bremerhaven heraus.

    Die „Langener Landstr.“ bei Lehe, das noch ein Stadtteil von Bremerhaven ist – -Foto: StH, 2026

    Vor Spaden wechseln wir vom Bundesland Bremen wieder nach Niedersachsen. Die Radwege sind recht gut, selbst wenn sie teilweise durch Wohngebiete wie in Spadenüber Bürgersteige oder an der Landstr. entlangführen.

    Haus in Spaden, das bereits in Niedersachsen liegt – Foto: StH, 2026

    Hinter Spaden führt uns ein recht gut ausgebauter Radweg an einer Landstraße entlang, bis er auf unserer Straßenseite endet und auf der anderen Straßenseite fortgeführt wird. Also heißt es, die Landstraße zu überqueren, was etwas vom Radweg zur recht viel und schnell befahrenen Straße ansteigend gar nicht so einfach ist

    diesen Übergang könnte man vermutlich geschickter und ungefährlicher gestalten (?) – Foto: StH, 2026

    Mit etwas Umsicht kommen wir gut auf die andere Seite und folgen weiter unserer Route.

    Als nächstes kommt eine Ortschaft:

    Welche sinniger Ortsname 🙂 – Foto: StH, 2026

    Zur „Ortschaft“ gehört auch eine beeindruckende Villa

    oder ist diese Villa die „Ortschaft“? – Foto: StH, 2026

    Wie das Ortsschild verrät, gehört „Ortschaft“ bereits zur Stadt „Geestland“, die wir durch Wälder und Felder weiter durchradeln und so auch an den Flögelner See gelangen.

    Der Wald bei Ortschaft, durch den der Radweg uns führt.

    Die Straße dorthin ist ohne gesonderten Radweg und einige Autos fahren (rasen) sie mit erheblicher Geschwindigkeit entlang

    Da der Straßenrand nicht gut zu befahren ist, versuchen wir stets Autos, die von vorne oder hinten kommen, frühzeitig zu hören, um auf das Passieren vorbereitet zu sein. – Foto: StH, 2026

    Dass Rhododendron in dieser Gegend hervorragend gedeiht, wissen wir ja bereits – Foto: StH, 2026

    Schließlich kommen wir am Flögelner See an, wo sich auch ein Hochstand als Aussichtsplattform befindet. Wir klettern hinauf, sehen uns die Erläuterungstafel und den See von dort an.

    Der Flögelner See von der Aussichtsplattform aus – Foto: StH, 2026

    • Der See ist mit ein 155 Hektar großer Moorsee mit Wasserverbindung zum Halemer und zum Dahlemer See, die jedoch beide unter Naturschutz stehen. Er grenzt im Nordosten an weitläufige Moorgebiete. Im See gibt es eine kleine Insel mit Überresten einer mittelalterlichen Wasserburg. Am See nisten zahlreiche Vogelarten und im Winter kommen aus Nordeuropa und Russland Singschwäne hinzu

    Erläurungstafeln in der Aussichtsplattform am Flögelner See – Foto: StH, 2026

    Der südliche Seeabfluss führt über die Aue zum Hadelner Kanal, der Teil des Elbe-Weser-Schifffahrtsweges ist. Er ist nicht schiffbar, aber für Paddler geeignet

    Der südliche Abfluss des Fölgelner Sees nahe der Aussichtsplattform – Foto: StH, 2026

    Wir machen dort eine Pause inklusive „Boxenstopp“ und radeln dann weiter weiter durch Wälder, in denen Vögel erzählen – möglicherweise tauschen sie sich über diese seltsamen und schwer bepackten Radler aus? Auch sehen wir bei unserer Fahrt mal einen Storch, dem die um die Wette quakenden Frösche zum Festmahl den Weg leiten, mal einen Reiher und auch mal einen Fasan, der erschreckt vor uns auffliegt und einen Raubvogel, der über einer Wiese oder einem Feld nach Beute ausspäht.

    Hinter „Ortschshaft fahren wir auch durch Wiesen – Foto: StH, 2026

    • Wir sehen mal einen Reiher, mal einen Storch, der von den um die Wette quakenden Fröschen bereitwillig zu einer leckeren Mahlzeit gerufen wird. Auch fliegt mal ein von uns aufgescheuchter Fasan auf oder wir sehen einen Raubvogel über einem Feld oder einer Wiese auf Beute lauernd kreisen.

    Es ist eine schöne und friedliche Fahrt, die uns als nächstes nach Steinau führt

    eine Kirche gibt es in Steinau, doch eine Raststätte für eine kleine Stärkung suchen wir vergebens – Foto: StH, 2026

    Irgendwann treffen wir an einer Straßenkreuzung 3 radelnde Damen aus Cuxhaven. Auch sie haben keine geöffnete Gaststätte gefunden – schade, aber dann halt weiter.

    ein Haus am Radweg hinter Steinau – Foto: StH, 2026

    Wir kommen weiterhin an Wiesen und Feldern vorbei

    die Landschaft hinter Steinau – Foto: StH, 2026

    und überqueren kurz hinter Steinau einen Kanal mit Booten – Foto: StH, 2026

    wir folgen weiter dem Radweg, der an der Landstraße recht gut ausgebaut ist – Foto: StH, 2026

    weiter geht es durch Ödisheim

    die Landschaft bei Ödisheim – Foto: StH, 2026

    Hier ist die Landschaft schon fast heidemäßig. Man sieht weiterhin Felder und Wiese, bisweilen durchzogen durch Baumgruppen.

    Uns fallen auch Klatschmond und Gräser mit wollartigen Blüten auf – Foto: StH, 2026

    Auch an Pferdeweiden kommen wir vorbei

    Pferdewiese mit Schimmel und einem Fohlen bei Ödisheim – Foto: StH, 2026

    Etwas weiter bei Süderbusch stoßen wir an einer Straßenkreuzung auf einden von der Gemeinde eingerichteten Rastplatz

    wir sind dankbar für diesen von der Gemeinde eingerichteten Rastplatz, am dem wir mit unseren Reiseprovisant eine Mahlzeit einnehmen – Foto: StH, 2026

    Zeit für eine Kräftigung – Foto: StH, 2026

    Nach der Stärkung geht es weiter auf die letzte Wegstrecke

    Natürlich sehen wir auch wieder Rhododendren – hier auch mit orangen Blüten

    auch orangenen Rhododendron gibt es in der Nähe von Hemmoor – Foto: StH, 2026

    Schließlich kommen wir an unserer Pension „Kolibri“ an. Wie erbeten hatte ich etwa 1/2 Stunde vor Ankunft an, und die Wirtin sitzt bei unserer Ankunft in der Küche. Wir beziehen unser wirklich tolles Zimmer im Obergeschoss (über eine Treppe erreichbar), bringen unser Gepäck hin, und fahren dann gemäß den Angaben der Wirtin zum nahegelegenem Supermarkt mit Bäckerei im Vorraum – wir kaufen für unser Frühstück ein und nehmen auch Teilchen für einen Snack am nahegelegenem Kreisesee, wo wir nach dem Einkauf hinfahren mit

    der „Kreidesee“ nahe Hemmoor – Foto: StH, 2026

    Wir setzen uns dort auf eine Bank und verzehren den erworbenen Kaffee mit den Teilchen.

    Der Kreidesee ist ein bis zu 60 m tiefes Tauchparadies, das aus einer ehemaligen Kreidegrube entstanden ist.

    Anschließend fahren wir noch etwas um den See herum und kommen an ein paar Häusern aus

    Häuser und ein beeindruckender Baum an einem anderen Ende des Weges um den See – Foto: StH, 2026

    Die Pension „Kolibri“ gehört zu einem Fliesenmarkt, dessen Werksgelände direkt benachbart ist – Foto: StH, 2026




    2026-05-28 (12. Tag – Hemmoor-Glücksstadt) – 30 gefahrene km

    Am nächste Morgen frühstücken wir in der auch uns zur Verfügung gestellten Küche im Erdgeschoss und begeben uns auf die heute recht übersichtliche Etappe, die uns allerdings über die Elbe führen soll – der Elbtunnel ist per Rad natürlich keine Option 🙂

    Noch in Hemmoor kommen wir am „kaiserlichen Postamt“ vorbei

    eigentlich dachten wir, der hätte vor längerer Zeit abgedankt? Doch nicht? – Nun, es soll ja noch Zeitgenossen geben, die als „Reichsbürger“ die jetzige Staatsordnung nicht anerkennen – Foto: StH, 2026

    Weiter geht es über die über die Ostebrücke an Osten vorbei, wo es über den Fluss Oste offenbar eine Schwebefähre gibt

    • Elbfähre mit Gespräch mit Dänen (Rückgrad-Bruch, Radreise von Dänemark ins Allgäu und zurück, GPS-Tracker und Riemen statt Kette
    • Früh in Glückstadt -> Kaffee und Kuchen am Markt
    • Dann Hafen
    • Um 15.00 Uhr bei Pension „Apartuum“ -> Zimmer im Erdgeschoß
    • Räder im Hof
    • Abendessen im Casa Mia