Schlagwort: Klima

  • Autofahren – ok, aber bitte mit Hirn!

    eingestellt am 6.12.24, erweitert im Juli 26

    Es tut fast gar nicht weh!

    den Verbrennungsmotor auszuschalten, oder ausgeschaltet zu lassen, weil das Gehirn angeschaltet ist!

    Wie viele Autos sehe, höre und rieche ich jeden Tag, die den Motor schon mal anschalten, um dann noch minutenlang sich mit dem Handy zu beschäftigen, statt loszufahren. Den Routenplaner könnte man doch auch starten. bevor man den Motor startet – zumindest, wenn man sich mit eingeschaltetem Hirn ins Auto säße.

    Oder der Motor läuft weiter, während (meist Mama) oder (bisweilen) Papa, das Kind vom Auto im Kindergarten meiner Wohnung gegenüber abgibt. Abgesehen davon, dass zu fragen bleibt, ob so viele „Elterntaxis“ tatsächlich nötig sind, erscheint es kein Wunder, wenn deutsche Autos sich nicht mehr verkaufen, da selbst bei großen, schweren und teuren SUVs offenbar die Ingenieure vergasen, einen Anlasser einzubauen. Und letztlich sollten auch die Kinder ihre Eltern im Sinne einer auch für sie noch lebenswerten Welt auffordern, den Motor auszuschalten, solange das Auto nicht fährt!

    Bald beginnt wieder die etwas kühlere Jahreszeit, in der viele Autofahrende selbst gegen den ausdrücklichen Rat des ADACs ihre Motoren schon mal starten, dann nochmal in die Wohnung gehen, während der Motor weiter schnurrt, damit es in der Blechkarosse schön mollig warm ist, wenn sie dann schließlich und tatsächlich losfahren. Und dies, obwohl seit langem bekannt ist, und auch vom ADAC empfohlen wird, den Motor warmzufahren und nicht warmlaufen zu lassen. Das dient nicht nur Umwelt (Klima) und Geldbeutet (weniger Spritverbrauch), sondern auch der Lebensdauer des Motors! Aber wichtiger als gute Argumente erscheint es diesen (herrlichen) Damen und (dämlichen) Herren, dass sie sich im Auto sofort wie auf der Wohnzimmercouch fühlen können, und keine Sekunde frieren müssen.

    Zum Glück ist es momentan („etwas“) warm, und so benötigen wir die Autoheizungen nicht. Doch dient das Motorlaufenlassen stattdessen der angenehm kühlen Innentemperatur im Gefährt, was die Außentemperaturen bekanntlich noch mehr steigert, und somit die (Auto-)Klimaanlage noch sinnvoller macht 🙁

    Als ich einen derartigen Fahrer im Hochsommer mal bat, den Motor auszuschalten, wenn er nicht fährt, bekam ich bei geöffnetem Fenster (schon vor meiner Intervention) gesagt: „Es ist doch so warm! Und ohne Motor funktioniert die Klimaanlage nicht!“ – Klar, und eben das Hirn offenbar auch nicht.

    Eine Episode meiner reichhaltigen Ansprache-Erfahrung möchte ich als besonderes „Schmankerl“ noch zum Besten geben: Vor einigen Jahren stand ein PKW mit laufendem Motor in mitten in der Fußgängerzone in Ibbenbüren, um auf seine Frau zu warten, die „nur mal kurz in die Post gegangen war.“. Als ich den Fahrer bat, den Motor auszumachen, guckte er mich völlig verständnislos an, und fragte: „Warum?“ – Mein Hinweis auf Klima, seinen Geldbeutel und dass er mit dem Auto ohnehin in einer Fußgängerzone stünde, erzielte keine Wirkung. Ich sah dann allerdings auf der Rückbank des Autos ein Schoßhündchen. Auf meine Aussage: „Ihr Hund bekommt Krebs“, stoppte er unverzüglich den Motor, Dieses Argument hatte sein Hirn offenbar erreicht;)

    Ich weiß nicht, wie viel, aber erahne, dass es eine nicht völlig unbedeutende Menge CO2 vermeiden würde, wenn wir ALLE nicht unnötig Motoren laufen ließen, sondern stattdessen unsere angebliche (oder tatsächliche) Vernunftbegabung nutzen würden.

    All die laufenden Motoren vor meinem im Sommer gerne geöffneten Fenster schädigen nicht nur Geldbeutel und Klima, sondern belästigen auch meine Nase, mein Gehör und mein Wohlbefinden! In sofern wünsche ich mir zu Weihnachten, zum Geburts- und Namenstag, und gleich noch zu Ostern und zum Neujahr zu Wohle von uns allen mit, dass immer mehr Menschen auch beim Autofahren ihr Hirn nutzen. Auch kleine Dinge können einen positiven Effekt zeitigen – und das fast vollständig ohne Schmerzen – und sicher meist, ohne die Lebensqualität dieser Vernunftsbegabten wirklich zu verschlechtern!

    Dass Autofahren mit Verbrennungsmotoren CO2 ausstößt und somit das Klima schädigt, ist hinreichend bekannt. Dass Klimaschädigungen zu Extremwetterereignissen und teuren Schäden für Leib und Vermögen führt, ist mannigfaltig, u.a. an Ahr und Erft, in 2o24 zuletzt bei Valencia, schmerzhaft erfahren.

    Es geht nicht darum, überhaupt nicht mehr Auto zu fahren. Sicher gibt es bisweilen gute Gründe dafür, das Auto statt anderer Verkehrmittel zu wählen. Dann bitte!

    Doch ist es oft einfach, schont Geldbeutel und Umwelt, und tut fast gar nicht weh, den Motor ausgeschaltet zu lassen, dafür aber das eigene Hirn einzuschalten:

    Muss jede kleine Fahrt mit dem Auto wirklich sein, oder gibt es manchmal bessere Alternativen mit anderen Verkehrsmtteln?

    Ist es möglich, mit anderen zusammen notwendige Fahrten etwa zum Arbeitsplatz zu unternehmen (Fahrtgemeinschaften zumindest ab einem Sammelpunkt) , oder muss jede/r ins eigene Auto steigen?

    Kann ich mein Kind auf dem Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad begleiten, bis es den Weg sicher bewältigen kann, oder braucht es wirklich das tägliche „Elterntaxi“?

    Wie viele Minuten komme ich mit 200 statt 120 km/h eher an und wieviel „unentspannter“?

    Warum gebe ich mein tolles Auto nicht zurück, wenn ich an der Bahnschranke, die zuverlässig für mindestens 10 Minuten meine Weiterfahrt verhindert, meinen Motor nicht auszuschalten, weil mein teures Gefährt scheinbar keinen Anlasser hat?

    Und noch ein Tipp für die aufgrund der Sperrung der Nordbrücke momentan extrem Staugeplagte Stadt Bonn: Der ÖPNV war im Juni 26 in Bonn kostenlos, was sicher eine sehr vernünftige Regelung war – im Juli gilt das leider nicht mehr. Zusätzlich könnten – wie in den 1970er Jahren ein Park und Ride-System einzurichten, also die (Pendler-)Autos zu Beginn der Stadt oder entlang der Linie 66 auf entsprechenden Plätzen (kostenlos) parken zu lassen und sie dann mit Bahn und Bus (kostenlos) in die Innenstadt zu transportieren. Das würde die Lebensqualität von Anwohnenden und Autofahrenden erhöhen und letztlich zumindest volks-wirtschaftlich sinnvoll und kosteneffizienter sein, als der tägliche und straßenverstopfende Stau.

    Das Hirn angeschaltet im Alltag benutzen:

    • mag liebgewonnenen Gewohnheiten widersprechen,
    • mag bisweilen erfordern, den inneren Schweinehund zu überwinden,
    • doch schont es Umwelt, Klima und Artenvielfalt,
    • hilft dabei, uns ALLE vor den Folgen von Extremwettern zu schützen,
    • schont (oft) den eigenen Geldbeutel
    • ermöglich vielleicht auch in 50 Jahren noch ein Kinderlächeln angesichts eines schönen Schmetterlings oder Vogelgesangs, weicher Schneeflocken oder schöner Wälder
    • gibt den Generationen unserer Kinder und Enkel hoffentlich noch die Chance einer lebenswerten Umwelt.

    Warum hat man (Gott, die Natur, die Evolution oder was auch immer) uns ein Hirn gegeben, wenn wir uns so oft weigern , es zu benutzen???

    ES TUT DOCH FAST GAR NICHT WEH!

    wenn wir den Motor ausschalten, weil unser Hirn eingeschaltet ist!

    Schon mal darüber nachgedacht? Deine Kinder und deren Kinder werden es Dir danken!

    Es braucht keine Verbote, wenn wir alle ein wenig mehr nachdenken. Aber es erhält zumindest unser aller Lebensqualität vielleicht ein klein wenig mehr!

    Warum tun wir uns damit so schwer?