Was kann schöner sein?

eingestellt am 8.9.24, ergänzt am 29.6.26

Foto: Stefan Hagelüken: Straße in Nordkenia (1992)

… als mit meinen Steuern die Förderung von großen und teuren Elektro-Dienstwagen zu fördern. Das kostet zwar viel in Zeiten knapper Kassen, aber dient den Gutverdienenden und hebt eine deutsche Partei hoffentlich über „fast drei“ – oh sorry – fünf Prozent bei Wahlen. Auch belohnt es noch jene Unternehmen, die uns vor noch nicht allzu langer Zeit von Gerichten bestätigt mit Abschaltautomatiken bei Dieselmotoren belogen und betrogen haben!

Aber durch solche Aktionen wird es auch ermöglicht, dass die deutsche Autoindustrie auch die nächsten Jahrzehnte die Zeichen der Automarktzeit ignorieren und somit verpennen kann, damit sie auf keinen Fall jemals wieder konkurrenzfähig werden muss…

Lets go on into the Past – am Besten noch mit im Sinne der „Technologieoffenheit“ kaum noch nachgefragten Verbrennungsmotoren, aber bitte noch größeren, noch umweltbelastenderen und noch stinkenderen – darin haben wir ja beste Erfahrungen 😉

Erinnern sich noch Jemand an den 3-Liter-Lupo der 1990er Jahre? auch von VW! Aber der war wohl zu klein, nicht prestigeträchtig genug und den Managerboni nicht förderlich genug! Klar haben wir alle als Verbrauchende auch eine Verantwortung durch unser Kaufverhalten!

Als ich mich 2005 im Automarkt nach einem möglichst sparsamen und CO2-armen Auto mit Diesel (da damals noch ein täglicher Arbeitsweg von 80 Entfernungs-km) und Schaltautomatik (krankheitsbedingt) umschaute, verfiel ich schließlich auf ein asiatisches, nämlich japanisches, Modell mit einer 1,4-Liter-Maschine und damals recht guten 127 g/km CO2-Ausstoß. Die kleinsten deutschen Modelle hatten Maschinen ab 2 Liter und einen CO2-Ausstoss jenseits der 180g/km.

Dieser Wagen mit einem erprobten Langzeitdurchschnittsver-brauch von weniger als 5 Litern/100 km dient mir übrigens noch immer zuverlässig, obwohl er bereits letztes Jahr die Volljährigkeit erreicht hat. Macht nicht „so viel her“, aber erfüllt zuverlässig seinen Dienst – und läuft. und läuft, und läuft (für diejenigen, die diesen Werbespruch eines vor Jahrzehnten weitverbreitetem „VOLKS-wagen“ noch erinnern)

Und seitdem ist die „Nachhaltigkeit“ deutscher Modelle wohl nicht wirklich besser geworden?

Aber dann schließen wir halt die ein oder andere Fabrik, entlassen ein paar tausend Arbeitnehmende und steigern die Boni und sonstigen Vorteile der „ein wenig besser Verdienenden“.

Aber die neue Subventionsregelung erhält vielleicht auch den ein oder anderen Arbeitsplatz in Unternehmen, die seit Jahrzehnten nicht innovativ sein wollten (oder konnten) – und lieber zumindest auch aufgrund verfehlter Markenpolitik nicht mehr im wichtigen chinesischen (Auto-)Markt konkurrenzfähig zu sein scheinen. Aber dafür basteln sie an immer größeren, schwereren, noch mehr rohstoff- und umweltverbrauchenden und immer teureren Autos. die sich ein/e „normalsterbliche/r Steuerpflichtige/r“ ohnehin nicht leisten kann. Doch wenigstens stimmen die fetten Boni für den VW-und anderen Auto-Manager weiterhin.

Ja ist denn schon Weihnachten?

Egal: Wenn einem so viel Schönes wird beschert, …- ob das dann wenigstens mit einem Asbach zu ertragen ist? Aber Bitte-Bitte nicht am Steuer eines fetten Umweltvernichters, da aus diesem das Kind, das dann keinerlei Chance hat, übersehen werden könnte!

Vermutlich muss ich das alles nicht verstehen, solange ich es mit meinen Steuern weiter mitfinanziere …

Und schließlich heißt es ja, das derartige Autos nach relativ kurzer Zeit weiterverkauft werden – dann könnte doch auch ich ein derart gefördertes Fahrzeug zu einem „relativ verträglichen Preis“ später erwerben – und somit auch im Sinne des „Trickle-down-effects“ irgendwann von dieser Subvention noch profitieren …

Also wirklich: Was kann denn (noch) schöner sein?

Im Frühjahr 2026 gibt es tatsächlich noch etwas Schöneres:

Mit meinen Steuergeldern mithilfe des „Tankrabatts“ für zwei Monate besonders große und schwere Autos mit hohem Spritverbrauch und Rasen mit diesen mitzufinanzieren 🙁

Ich weiß, dass der Nahverkehr in vielen ländlichen Gebieten den Verzicht auf ein Auto zumindest sehr erschwert, wenn nicht unmöglicht macht, doch vom nicht zielgerichteten „Tankrabatt“ profitieren relativ am Meisten Fahrende großer Autos (oft mit höherem Einkommen) mit hohem Spritverbrauch, Vielfahrende und Rasende, während alle für deren individuelle Entscheidung zahlen dürfen!

Und am schönsten erscheint mir, dass diese verfehlte „Subvention“ Ende Juni – und gegen alle Forderungen (hoffentlich!) beendet wird. Es gäbe durchaus Alternativen, wie z.B. ein „Klima-“ oder „Mobilitäts-„Zuschuss pro Kopf, der als Einkommen in Folgejahr, also mit der Steuererklärung für 2026 mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern ist. Dann wäre die individuelle Entscheidung des „mündigen Bürgers“, wie er/sie den Zuschuss vor dem Hintergrund seiner Lebenssituation und den resultierenden Bedürfnissen einsetzen möchte – und gleichzeitig würden „breitere Schultern“ in Form der abzuführenden Steuer mer zum „Gemeinwohl beitragen dürfen“ als schwächere Schultern. Das wäre also sowohl eine „schnelle und zielgerichtete“ Hilfe in einer Notsituation, als auch sozialverträglich und würde als „notlindernde“ Investition im Folgejahr durch das Steueraufkommen sogar noch teilweise (und ebenfalls „sozialverträglich“ refinanziert)!

Aber: Vermutlich würde das Kapital dann aus Deutschland fliehen und wir alle durch die Vernichtung von Arbeitsplätzen nur gemeinsam noch mehr leiden!?!

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